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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Geschichte der Juden.

geistern verfolgt zu sehen, hatten ihm den Griffel in die Hand ge-drückt, und dadurch entstanden Erters Meisterschilderungen. Er hatOrnstein mit seinem poetischen Bannstrahl viel empfindlicher getroffenund ihn völlig zermalmt. In einem poetischen Traumgesichte daswar seine Lieblingseinkleidung schilderte Erter einen Gerichtshof,welcher den Werth der Gegenstände ganz anders bestimmte, als sieihn in der wirklichen Welt haben. Bücher von dickbäuchigem Um-fange schrumpfen in nichts zusammen, weil ihr Inhalt sich als zu-sammengerafft erweist, und der geistige Diebstahl entdeckt wird; nurdas Titelblatt bleibt in diesem Fall als Eigenthum des Verfasserszurück. Dieses satyrische Gesicht war auf Ornstein gemünzt, der einvielbändiges rabbinisches Werk veröffentlicht hatte *), das er mit fremdenFedern geschmückt haben soll.

In einer andern geistvollen Satyre schilderte Erter die Seelen-wanderung seines Feindes, der allerlei Hüllen angenommen habe.Einmal sei er in einen Dorfköter verwandelt worden, der Unbewehrteanbellte und biß, die Nachbarhunde durch sein Gebell zum Angriffreizte, während er sich vor einem Stocke feige verkroch und kaum zuknurren wagte. Dieser Hund ging dann in einen Glaubenseifererüber, der seine Tücken aus dem hündischen Zustande nicht lassenkonnte. Er bellte Schwache und Wehrlose an, überfiel sie, that siein den Bann und rief mit seinem Gebelle seine Genossen zusammen.Aber an einen Mann von Kraft und Muth wagte er sich nichtheran, verkroch sich vielmehr und knurrte nur, schmähte heimlich undweidete sich in Schadenfreude 2).

Gewiß hätten es Börne und Heine nicht glaublich gefunden,wenn ihnen gesagt worden wäre, daß tief hinten in Polen, unterbärtigen Juden ein Kunstgenosse lebe, der ebenso befähigt warausden feinsten Worten ein Filigran, ein Drahtnetz für Mückenseelenzu flechten, oder eine Satyre zu spitzen, so spitz, daß sie durchdie Poren eines Glases dringt." Wie sie die deutsche Sprache, sohat Erter die hebräische Sprache veredelt, verfeinert und geschliffen.

ff Von Jakob Ornstein war damals erschienen ein Commentar zum LobulobanXruob 2,2p' .iipie" B. VIII. bis X, Lemberg 1809 1810 ; später B. I. bis VII,Zolkiew, 1828 183 S. Von diesem dickleibigen Werke sagt Erter's Muse inbpvQ '21x2 bei Letteris, ges. Schr., S. 5 : ,o'2ix>22 r>2 bx d2v 2p> o'Li 21 2212 m>^p2

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ff Erter in 12-22 21222 bei Letteris, S. 38 ; die Satyre bezieht sich aufOrnstein, der die Hilflosen verketzerte und Mises verschonte.