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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Steinheim.

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Hegel Modeton geworden war, so sinke es eben hiermit aus die niedrigeStufe des Heidenthums hinab. Liebe und Haß, Ahriman und Ormuzd,Christus und Satan mit ihren Spielarten, der ewige Weltstoff, umden sich die zwei Mächte streiten, und die unerbittliche Nothwendigkeit,das seien die Grundgedanken der natürlichen Religion; der Menschselbst erliegt dem Jammer dieser Nothwendigkeit:

Nach ewigen ehernenGroßen GesetzenMüssen wir AlleUnsres DaseinsKreise vollenden.

Wie die Götter, also auch ihre Priester und Weisen; wie derKönig, so die Heerde!"

Die Philosophie von Aristoteles bis Hegel habe eigentlich nurdie mythologischen Vorstellungen in Gedankenfugen gebracht. Die Gegen-sätze, der Urstoff, die Gebundenheit aller Wesen, selbst des Höchsten,haben durch die Metaphysik nunmehr Bündigkeit erhalten. Die konse-quente Philosophie müsse die Idee der Freiheit, diesen Grundstein derSittlichkeit, verleugnen. Diesem grobsinnlichen oder verfeinerten Heiden-thume gegenüber trete das Judenthum mit einer ganz andern Ge-dankenreihe auf. Es stelle einen persönlichen Gott auf, der nicht mitder Natur zusammenfalle und eins sei, und nicht in zwei Prinzipenauseinandergehe; es erkenne die Schöpfung aus Nichts, ohne ewigenGrundstoff, an. Es betone scharf die menschliche Freiheit und dadurchdie Verantwortlichkeit des Menschen für sein sittliches Thun. Dieseund andere Wahrheiten habe nicht die menschliche Vernunft aus sicherzeugt, nicht erzeugen können, sondern sie seien am Sinai geoffenbartworden. Sie seien aber, trotzdem daß sie der Vernunft als ein Fremdeszugekommen sind, so einleuchtend und überzeugend, daß sie sich mitihnen befreunden und ihre eigenen widerspruchsvollen Gedankenreihenfahren lassen müßte, wie sie sich mit räthselhaften Naturerscheinungenbefreunden muß, deren Gesetzmäßigkeit sie nicht begreift. Der blitz-erleuchtete Sinai habe der Welt zugleich Licht und Wärme gespendet,Gedankenklarheit und sittliche Lauterkeit. Die Synagoge bilde einenscharf abgegrenzten Gegensatz nicht bloß gegen die mythologische Religion,sondern auch gegen die Kirche.Von Zion geht die Lehre aus unddas Wort Gottes von Jerusalem," dieses prophetische, halberfüllte Wortunterschrieb Steinheim mit wahrer Begeisterung. Er kam fast deinDichter-Philosophen Jehuda Halevi in Gedanken nahe, der ebenfalls dieLehre des Judenthums als Gegensatz gegen die Lehre der Philosophieerkannt hatte. Sobald Steinheim die Seele des Judenthums gefunden

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