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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Steinheim.

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selten Gewinn, und die wahre Erkenntniß bedarf keines Mantels undkeines Lohnes. Nur diejenigen Zeiten sind gefährlich, da der Druckgemäßigt, aber nicht gehoben; oder die Freiheit nahe, aber nicht völligerreicht ist. In diesen Zeiten wird das Ablassen von der Väter Sitteehrenvoll und vortheilhaft, während Lust am Vergänglichen lau fürsEwige macht. . . Das ist die Zeit des wahren Jammers. Da wojede Thorheit zum Ernste und jeder Ernst zur Thorheit wird. WoSpötteln ist in jedem Munde und Hochmnth der Verworfenheit injedem Herzen. Wo dem Ernste nicht Zeit ist vor allem widerwärtigenLachen des Witzes"). Scharf tadelte seine Muse jene Gedankenlosen,welche sich von der jüdischen Gemeinschaft lossagten:

Jene Hand decket das Grab nicht,

Die sich gegen den Vater gehoben;

Jenen Mund decket das Grab nicht,

Der seiner Mutter geflucht hat;

Denn die Erde verabscheut tief,

Der die Erzeuger verunshrt.

Und Du wie Du Dich fremd stellst!

Abtrünniger Du! und verleugnestDeiner Vorfahren frommes Geschlecht,

Und Dich schämest

Deines Vaters und Deiner Mutter.

Verleugnest die SitteDeines geschlagenen Volkes,

Und trittst, Du Tückischer,

Höhnischen Mundes, zum Widersacher;

Daß Deine ruchlosen Kinder,

Ein fremd Geschlecht, mit SteinenWerfen nach Deines Vaters Hauvt,

Und ihm den grauen Bart zerraufen.

Dich schilt mein Lied;

Um Dich tobt mein Saitenspiel;

Das Lied Zions verachtet Dich! -)

Indessen wollte Steinheim nicht bloß ausschelten, sondern auchbelehren und überzeugen. Man könnte ihn den deutschen Philo unterden Juden nennen. Nicht an die Glücklichen, Zufriedenen und Reichenwendete er sich, sondern andie Jugend, mit ihrem Schmerze undihrer Sehnsucht, mit ihrer Reizbarkeit für Licht und Recht." Ihrwidmete er sein gedankenreiches Buch:die Offenbarung nach dem

') Das. S. 5? f.

-) Das. S. 37 f.

Graettz, Geschichte der Juden. XI.

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