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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Der Dichter Blumenfeld.

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können. Seine Dichtung st hat nur den Fehler, daß sie die innereLeidenschaft, von welcher der Dichter bei der Schilderung der Frevel-thaten in der Geschichte zu voll war, zu stürmisch aussprüht.DerKönig und der Priester",das Scepter und das Kreuz," welche dasMenschengeschlecht geknechtet und besonders das Volk Israel so tieferniedrigt haben, werden von seiner Kunst verwünscht. Wahr undzugleich tief dichterisch ist Blumenfelds Schilderung von dem Bündnisse,das Rom mit der Kirche zur Unterjochung und Schmähung Israelseinging. Gespenster mit Mordwerkzeugen in den Händen und Flüchenauf den Lippen, welche andere Schatten mit blutenden Wunden undverkohlten Augen bis zur Ermattung verfolgen, zeigt seine tragischeMuse in der laugen Reihe der Weltgeschichte der letzten achtzehnJahrhunderte. Schaurig ergreift es den Leser. Die Muse läßt unsPilatus' schwarze Gedanken lesen, die er zum Unheil des jüdischenVolkes ersann.Die Juden sind taub für die Drohuugeu und Ver-sprechungen der Könige, sind unempfindlich für mordendes Eisen, ihreGreise sagen zu ihren Jünglingen, ihre Kinder zu ihren Müttern:esset uns"". Die Kinder essen das Fleisch der Väter, die Mütterihre Kinder, und sie werden keine Sklaven. Noch eins will ich mitihnen versuchen, sagt Pilatus.Ich will einen Menschen aus ihnennehmen und zu ihm sagen:geh' hin zn diesem Volke, das Moseals Propheten verehrt, und sage ihm, daß duder Sohn einesEngels" bist. Geh hin zu diesem Volke, dem Mose die Erde gab,und versprich ihm den Himmel, zum Volke, das das Schwert nicht indie Scheide stecken will, und sage ihm:So dir Jemand einen Streichauf die rechte Wange giebt, reiche ihm auch die linke." Geh hinzu diesem Volke, das unabhängig ist, weil es arbeitet, und sage ihm:Sorget nicht für euer Leben", das in die Schulen geht, um sich zuunterrichten, und sage ihm:selig sind die Armen an Geist." Gehhin zu diesem Volke, das nach einer Republik seufzt, und sag' ihm:Gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist," . . . Was ist aus denschwarzen Gedanken Pilatus' geworden? Der Kaiser Constantinus!"Blumeufelds Muse streift auf Erden umher, um die Blntspuren vonjüdischen Märtyrern aufzusuchen, die sich im Bache Kidron, in denStrömen des Tiber, in den Flüssen Maimauares, Tajo, Missouri undin den Wogen des Meeres finden.

st G. C. Blumeufelds Dichtung, Leos-Llamo im Proceß mit dem Königund dem Priester, oder die Selbsterlösung der Menschen, ein Evangelium vomjüngsten Gerichte, London (1835?) ist wenig bekannt. Sie enthält drastischeDialoge in Prosa, abwechselnd mit schönen Versen, und verdient ein Blatt inder Geschichte.