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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Geschichte der Juden.

Polen darauf angelegt hätten, das durch einen gelungenen StreichGewonnene ebenso rasch wieder zu verlieren, lähmten sie selbst dieKraft, die sich ihnen zur Verfügung stellte. Als Freiwillige blieb esallenfalls den Juden gestattet, an dem Kriege Theil zu nehmen, abervon dem christlichen Heere gesondert, zu einer eigenen Schaar wie ineinem künstlichen Ghetto zusammengethan. Nur wenige Begünstigtewurden in die Reihen der regelmäßigen Truppen ausgenommen. Unddoch verlangten die verblendeten Polen, daß die Inden sich zur Höheder Revolution hinauf schwingen und sich und ihr Gut dafür opfernsollten! Weil sie es nicht thaten, oder weil sie, in die Mitte gestelltzwischen dem polnischen Fußtritt und die russische Knute, sich leidendverhielten, wurden sie als Spione und Verräther bezeichnet, und einigewurden als solche unschuldiger Weise hingerichtet.

Ter unglückliche Ansgang des Aufstandes lähmte auch die mora-lische Kraft der Polen. Einer beschuldigte den Andern des Verrathesund der Feigheit. Die zahlreichen Flüchtlinge, die im Hanptsammel-punkte Paris zusammenströmten, warfen Rückblicke auf die Fehler,welche den so glücklich begonnenen Freiheitskrieg scheitern gemacht hatten,und sie kamen darauf, daß das Ausstößen der Juden einer der größtenwar. Es war merkwürdig genug, daß jener hochmüthige Morawski,die Kniec des Kaisers Nikolaus umfassend, um Gnade flehte, währendnicht wenige jüdische Krieger, die der Tod verschont hatte, und dieleicht hätten Verzeihung erhalten können, das Elend der Verbannungans fremden Boden mit andern polnischen Flüchtlingen theilten. Indiesem Kreise, der sich in Paris sammelte, wurde den Juden seitdemeine große Aufmerksamkeit geschenkt. Die Denkenden in demselben er-kannten zu ihrem Schrecken oder auch zu ihrem Tröste, daß ihr Ge-schick mit dem der Inden so auffallende Ähnlichkeit habe. Wie diesevon den brutalen Römern zuerst durch diplomatische Kniffe und danndurch das Schwert ihres Vaterlandes beraubt, geknechtet, gemordet,gehetzt und in die Verbannung getrieben worden waren, so auch diePolen durch die vielleicht noch brutaleren Russen. Die zähe Beharr-lichkeit der Juden, sich zu sondern und nicht in den Feinden auf- odernnterzugehen, diente den Polen zum Muster. In dem National-Comituzu Paris dachten Mehrere daran, die leidensgenössischen Juden in ihreBerechnung zur Wiederherstellung Polens zu ziehen. Es waren be-sonders der Major Benjowski, der edle Czynski und der GrafAnton Ostrowski. Der Erstere wollte besonders eine warme Theil-nahme für die Million Inden in Polen erzielen. Indessen gab esauch in dem polnisch-demokratischen Lager jndenfeindliche Elemente, zudenen ganz besonders Joachim Lelewel gehörte, der, eine Selten-