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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Geschichte der Jude».

an bis in die neueste Zeit zu schildern'). Es war von einer Fraunicht zu erwarten, daß sie sich in die Urquellen der jüdischen Geschichtevertiefen, daraus die Wahrheit schöpfen und sie vom Scheine unter-scheiden sollte. Hannah Adams hat nur Nachrichten aus zweiter unddritter Hand zusammengestellt, und wenn sie auch das jüdische Volkals das auserwählte betrachtete,berufen, die Erkenntniß des wahrenGottes zu verkünden und zu bewahren," so lag ihr doch mehr an derchristlichen Seite der jüdische» Geschichte. Diese sollte nur den düster»Hintergrund bilden, auf dem sich das sonnige Bild des Christenthumsum so Heller abheben sollte. Jede irgendwo und irgendwann erfolgteBekehrung eines Inden zum Christenthume hat diese Geschichts-schreiberin gewissenhaft ausgezeichnet. Sie war ans tausend Gründennicht befähigt, einen auch nur erkennbaren Umriß der jüdischen Ge-schichte zu geben. Sie konnte nur Trümmerstücke ohne Gefüge undZusammenhang zusammenstellen. Diese Roharbeit konnte daher auchnur dem Zwecke der Londoner Gesellschaft zur Förderung des Christen-thums unter den Juden, die noch dazu zu eben diesem Zwecke viel-fach daran änderte, genügen. Die Geschichtstreue und die Wahrheitgingen leer dabei aus.

Es war Zeit, daß Juden Klios Griffel den spielenden christlichenHänden entrissen und in die eigene Hand nahmen. Wie schwach auchanfangs ihre Kraft war, und wie wenig sie auch die Eigenart diesesGeschichtswunders begriffen, so war es doch sehr verdienstlich, daß sieden christlichen Stempel davon entfernten, welchen unbewußte Falsch-münzer darauf gedrückt hatten, um auch dieses als kirchliches Eigen-tum zu beanspruchen. Der erste Jude, der die großen Züge derGeschichte seines Volksstammes im Herzen trug und sie zum Theilwenigstens kund machte, verdient einen Ehrenplatz. Es war ein be-gabter Jüngling, der das Gnadenzeichen eines echten Dichters, denWahnsinn, von Jugend auf an seiner Stirn trug, das ihn auch imjugendlichen Alter ins Grab senkte. Salomon Löwisohn '(geb. inMoor, Ungarn, 1789, starb daselbst 1822 2), hatte sich unter denallerungünstigsten Umständen allgemeine Bildung angeeignet und sich

') Urs Instar^ ob Urs llsrvs Irom Urs clsstrnetion ol cksrusalsm to Uispresent Ums, Uonclon 1818, 8.

2) Seine Biographie Orient Litrtrbl. 1840, eol. 10, und in der ZeitschriftLst-UI Jahrg. 1856 S. 72 f. Seine Schrift pin-» nrUx:, Wien 1816, eine Artars postios, bsbrasa, und besonders die dichterische Einleitung dazu ist einebeachtenswerthe Erscheinung. fNach Zunz, Ges. Schriften I, 197 wäre dasGeburtsjahr 1796 oder 1797. Er starb in Wien am 22. April 1825 (a. a. O.und Zunz, Monatstage, S. 22).