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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Die Wissenschaft des Judenthums.

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Gliedern drei Nationen, die deutsche, italienische und ungarische, ge-wissermaßen zu schaffen und zur Einheit zu erheben, so hat sie inner-halb des Judenthums dadurch noch mehr Bedeutung und das Gewichtvon Thatsachen, daß sie ein geknechtetes Volk zur Selbstbefreiung ge-weckt hat, eine über die ganze Erde zerstreute Genossenschaft unter einBanner gesammelt hat.

Alle Völkerschaften, welche in der Gegenwart ihre Selbständigkeitund Lebensfähigkeit geltend machen wollen, suchen zunächst ihr Alterzu beurkunden, vertiefen sich in die Erinnerungen der Vergangenheit,holen ihre alten Ahnenbilder und Wappen hervor, um zu belegen,daß sie den Wechsel von Glück und Unglück, von Kraft und Schwäche,von Sieg und Niederlage durchgemacht, Zeugnisse von Geistesthätig-keit abgelegt haben und daher ein Anrecht auf Fortbestand und Wachs-thnm besitzen. Der jüdische Stamm brauchte nicht erst nach seinenalten Ruhmesthaten und den Denkmälern seiner Geisteskraft zu suchen.Selbst in seiner scheinbaren Knechtsgestalt war er nicht ganz entblößtdavon. Laut verkündet es ein Jahrhundert dem andern. Es galtbloß auf diese Stimme zu hören, oder sie im Gewühl der selbstischenInteressen nicht zu überhören. Naturgemäß war es die Geschichte derJuden, welche sich zu allererst zur Beurkundung ihrer eignen Größehervordrängte. Aber die Arbeit war doch nicht leicht, sie in ihremGlanze zu zeigen. Die Geschichte des jüdischen Volkes war durch dietausendfachen Unbilden der Zeit verunstaltet und verkannt. Unter derHetzjagd ihrer Peiniger waren die Juden nicht im Stande gewesen,die angehäuften Erinnerungen ihrer großen Vergangenheit zu behalten;nur stückweise und entstellt waren sie ihnen bekannt. Christliche For-scher, von der Größe des Gegenstandes angczogen, hatten zwar ihrGesammtbild aus zerstückelten Bruchstücken zusammengesetzt; aber dasBild konnte nicht treu ausfallen, weil ganze Bestandtheile fehlten, dieHellen Farben verblaßt waren, und der Schatten überwiegend waroder geflissentlich stark aufgetragen wurde. Selbst wohlwollende Ber-theidiger der Juden, Dohm und Gregoire, die in den Jahrbüchernder jüdischen Geschichte eifrig blätterten, konnten sich in ihnen nichtznrechtfinden. Mehr als ein Jahrhundert war verstrichen, seitdem derehrwürdige französisch-protestantische Geistliche Basnage der jüdischenGeschichte Aufmerksamkeit geschenkt und sie, wenn auch trümmerhaft,dargestellt hatte, bis sich eine Frau, Gemahlin eines amerikanischen Geist-lichen, ihrer wieder annahm. Han nah Adams aus Boston, betroffenvon dem wunderbaren Verlaufe der Geschichte des jüdischen Volkes,setzte den Griffel au, um diesen von der Rückkehr aus Babylonien