Der Berliner Cultur-Verein.
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Lichtfunke! Das junge Israel wußte nicht, was das Judenthum,welches in die Weltgeschichte so tief eingegriffen und sie mit um-gestaltet hat, zu bedeuten hat. Seine prahlerische Weisheit war Ver-blendung.
Von der Verschwommenheit und Nebelhaftigkeit des Zieles legtendie Hefte der „Zeitschrift" des Culturvereins Zeugniß ab Z. Die darinenthaltenen Artikel enthalten zumeist unverdauliches HegelianischesKauderwelsch oder Gelehrtenkram, der nur für einen sehr, sehr kleinenKreis als Handlangerarbeit einigen Nutzen hat. Lesenswerth ist allen-falls darin Gans' Abhandlung „Gesetzgebung über die Juden in Rom"und einige Grundrisse zur Geschichte des jüdischen Schriftthums (Lit- ^teraturgeschichte ^). Heine, der kein Blatt vor den Mund nahm, er-klärte es auch dem Leiter der Zeitschrift rund heraus- „der größteTheil (der Zeitschrift) ist ungenießbar wegen der verwahrlosten Form".„Wüßte ich zufällig nicht, was Ludwig Marcus und Doctor Ganswollen, so würde ich gar nichts von ihnen verstehen .. . Dringen Siedoch bei den Mitarbeitern auf Kultur des Styles. Ohne diese kann dieandere Kultur nicht gefördert werden" ^). Und mit diesem Krimskramswollte der Verein nicht bloß die Inden, sondern auch das Judenthumveredeln und war ungehalten darüber, daß die Ersteren von seinenBestrebungen keine Kenntniß nahmen. Gans klagte in einem Rechen-schaftsbericht, daß die Stifter nicht verstanden würden: „Und wennich auch zugeben will, daß der Gedanke des Vereins, eben weil er einGedanke ist, sich nicht dazu eignet, von der Menge begriffen zu werden,die nur das Gedankenlose faßt, so möchte ich abermals fragen:„„Haben die, so sich die Besseren und Tüchtigeren nennen, thätigeBeweise ihres Verständnisses gegeben""? Wie Gans aber diesen sohochangeschlagenen „Gedanken" des Vereins klar machen wollte, ver-fiel er wieder in Nebelhaftigkeit. Die Aufgabe des Judenthums sei,es zum Bewußtsein zu bringen, die jüdische Welt sich selbst vorstelligzu machen. Was er den Juden im Allgemeinen zum Vorwurf machte,das war ganz besonders vom Knlturverein wahr: „Die Begeisterungfür Religion, die Gediegenheit der alten Verhältnisse ist geschwunden,aber es ist keine neue Begeisterung hereingebrochen, es hat sich keinneues Verhältniß erbaut. Es ist bei jener verneinenden Aufklärunggeblieben, die in der Verachtung und Schmähung des Vorgefundenenbestand, ohne daß man sich die Mühe gegeben Hütte, jener leeren Ab-straktion einen andern Inhalt zu geben."
*) Die Zeitschrift erschien zuerst Juni 1823.
") Zunz, Raschi und Grundlinien zu einer künftigen Statistik der Juden.
b) Heines Briefe I, S. 98.
Graetz, Geschichte der Juden. XI.
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