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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Isaak Mannheimer.

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geistvolle Belehrung für Erwachsene, denen er die damals wenig be-kannten, gehaltvollen jüdischen Litleraturschätze zugänglich machte. Da-durch hat er seinen Jüngern freudige Anhänglichkeit an das Juden-thum eingeflößt. Von Schriftstellerei war er, wie schon gesagt, keinFreund. Wenn sein Mnth mit seinem Wissen und Gedankenreichthumgleichen Schritt gehalten hätte, so würde seine Thätigkeit mehr Spurenin der neueren jüdischen Geschichte hinterlassen haben.

Nach einer andern Seite wirkte eben so wohlthätig und erhebendeine ganz anders geartete Persönlichkeit, ursprünglich ein Jünger derJacobson'schen Schule, der aber durch Milderung der Schroffheitendie mißliebige Läuterung des Gottesdienstes beliebt machte und dierechte Norm dafür fand. Isaak Noa Mannheimer (geb. in Kopen-hagen 1793, starb in Wien 1864^) könnte man die verkörperte Verede-lung der Juden nennen. Er war ein ganzer Mann. In ihm warder kernhafte Gehalt des Urjüdischen mit der ansprechenden Formeuropäischer Kultur harmonisch geeint, wie er denn überhaupt eineharmonische Natur war. Inneres und Aeußeres, Gemüth und Witz,Begeisterung und Klugheit, ideales Leben .und praktische Sicherheit,poetische Anlage und nüchterner Sinn, kindliche Milde und treffenderSpott, sprudelnde Beredsamkeit und ernstliche Thätigkeit, Liebe fürdas Jndenthum und Vorliebe für Neugestaltung waren in seinemWesen im schönsten Einklänge. Diese scharfkantigen Eigenschaften, ver-bunden mit Seelenadel und einer Uneigennützigkeit, die an Selbstlosigkeitstreifte, mit Hingebung an die gewonnene Ueberzeugung, mit Gewissen-haftigkeit innerhalb und außerhalb seiner Amtspflichten, mit Zart-gefühl, feinem Takt, Widerwillen gegen das Gemeine und Nachsichtgegen die Gemeinen, diese Eigenschaften nahmen ans den ersten Blickfür ihn ein, fesselten die Edlen, flößten selbst den Unedlen eine Ehr-erbietung für ihn ein und erleichterten dadurch seine Wirksamkeit.Geboren und erzogen unter der milden dänischen Regierung, welchefrühzeitig den Inden die Gleichstellung einräumte und sie nicht mehrzurücknahm oder beschränkte, lernte Mannheimer von seiner Kindheitan, sein Haupt hochzutragen und auch in dem Lande furchtlos seineGlaubensgenossen und seine Ueberzeugung zu vertreten, wo der knech-tische Sinn des Bürger- und Bauernstandes und noch mehr der Judenlange Zeit heimisch war. Er besaß zwar keine originellen Gedankenund keine tiefe Vertrautheit mit dem Umfange des jüdischen Schrift-thums,' aber er hatte Verständniß und Empfänglichkeit für ureigene

U lieber Mannheimer und Wien s. G. Wolf, Geschichte der israelitischenKultusgemeinde Wien, 1861; I. N. Mannheimer, eine biographische Skizze,das. 1863 und andere Schriften.