Isaak Bernays.
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Es kam noch dazu, daß der Beginn des Streites für und gegenden Tempel in das Jahr des Hep-Hep-Sturmes fiel, der auch inHamburg spielte. Dadurch wurden auch die reichen und verweltlichtenJuden auf ihre eigene Genossenschaft hingewiesen und nahmen eifrigPartei für die einmal entfaltete Fahne. Die Hamburger jüdischenKaufleute, Mitglieder des Tempelvereins, welche die Leipziger Messegerade zu den Hauptfeiertagen im Frühjahr und Herbst zu besuchenpflegten, errichteten im Verein mit gleichgesinnten Berliner Kaufleuteneine Tochtersynagoge daselbst (seit 20. Sept. 1820s, für deren Er-öffnungsfeier Meyerbeer die Gesänge componirt hatte. Sie stelltendazu einen sogenannten Meßprediger an, Jakob Auerbach, und gabendadurch an diesem Sammelpunkte so vieler Juden aus allen Ländernder Neuerung eine größere Tragweite. Die Hamburger Reform fanddadurch hier und da Nacheiferung; auch da, wo das ganze Programmnicht ausgeführt werden konnte, in Karlsruhe, Königsberg, Breslau,wurde wenigstens eine Nachäffung, die Confirmation, eingeführt.
Der erste Ansatz zu einer Gegenpartei, welche der überschäumendenFluth der Reform einen Damm entgegensetzen sollte, damit sie sich inein ruhiges Bette verlaufen könne, wurde gerade in Folge der Tempel-neuerungen gemacht. Diese Gegenpartei wurde von einem Manne insLeben gerufen, der zwar selbst mit einem Fuße aus dem rabbinischenJudenthum herausgetreten war, aber doch die Befestigung und Recht-fertigung desselben anstrebte, in der richtigen Erkenntniß, daß die Ent-wickelung auf dem eigenen Boden, mit Berücksichtigung des geschichtlichgewordenen Bestandes und der eigenartig ausgeprägten Gebilde, undganz besonders ohne Nachäffung fremder kirchlicher Formen geschehenmüsse. Isaak Bernays (geb. in Mainz 1792, starb in Hamburg 1849')war der Mann, welcher eine nicht blinde, sondern bewußte Gegen-
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Der junge S. D. Luzzatto war bei der Nachricht von der Hamburger Reformtief bewegt, wie er im Alter erzählte, und dichtete ebenfalls eine Elegie gegendie Jmpietät der Tochter, welche die alte Mutter verspottete und die hebräischeSprache als antiquirt verbannt wissen wollte.
ff Seine Biographie ist nirgends gegeben. Die Data verdanke ich der Ge-fälligkeit des Herrn I. L. Adler in Hamburg. I. Bernays Jdeenkreis ist theilsaus mündlichen Gesprächen und Vorlesungen bekannt, theils aus dem „BibelschenOrient", dessen Vaterschaft er zwar in Abrede stellte, der aber doch seinen Geistgetreu wieder giebt.