Druckschrift 
11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
Entstehung
Seite
386
Einzelbild herunterladen
 

386

Geschichte der Juden.

Zwei gewandte hebräische Stylisten, David Caro (starb 1839) ausPosen, ein Genosse der Measfim-Schule, und Jehuda Löb Misesaus Lemberg, behandelten in einer gemeinschaftlichen Schrift diegegnerischen Rabbinen wie dummköpfige Schüler, welche die Rutheverdienten. Ganz besonders geißelte der Letztere in schöner hebräiscberDarstellung die Rabbinen Polens in der Schrift:Beschaffenheitder Rabbinen, oder die Rabbinen, wie sie waren, sind undsein sollen." Freilich haben Beide, Caro und Mises, nicht gewagt,ihren Namen dabei zu nennen 2 ). Die Alten dagegen hatten nichteinmal einen hebräischen Kämpfer anfzustellen, der ihre Sache zu ver-fechten und ihre Gegner zu bekämpfen im Stande gewesen wäre. Derhebräische Styl, dessen sich die begutachtenden Rabbinen bedient hatten,war holprig und unschön. Das Hamburger Dajjanat hatte zwar dieGutachten theilweise ins Deutsche übersetzen lassen ein Zugeständniswelches die Schwäche ihrer Sache verrieth aber der deutsche Aus-zug war nicht geeignet, Eindruck zu machen. Sie mußten sich dazueines Ueberläufers, Schalom Kohen, bedienen, der früher selbst zuden Neuerern gehört hatte ^). Kurz die Stockfrommen hatten Unglück,weil sie ungeschickt und unklug waren.

i'N'ö'pv PN'NS PWI ,vipN' INN N'22 ll'Lvn NiL'V , iscm

"ILM i>v ,1821 1NX onp -PPM , vnvi U'pvlli , 2MNN2N21

'IN orv'i 1P22 INP'I MN NN22 NI2 1': 1PN ni> VNfl i'N' rinn

. VNN NXUN7I nn:nn rn)pv live'v N2IV

u (Vgl. die folgende Anm.)

^) Das Buch cmmi nn:n erschien pseudonym als Anhang zu orm N'no von

pn^'n^ pi'rn ^ 2 'nerr, angeblich Constantinopel 1820, aber in Dessau gedruckt. Der

erste Theil, 3 Piecen :n'ir npr, bn n'^ n'n^, und nnn n'N 2 in Briefstyl, ist vonDavid Caro. Der zweite Theil nnn.rn n'iri oder n-r^nn nnrn hat JehudaMises zum Verfasser, was er selbst in einer spätern Schrift angiebt. (Tereinzige und alleinige Verf. des ganzen Buches, einschließlich der Abth.nr^nn nnrn, ist vielmehr David Caro, wie dieser selbst im 1. Jahrg. d. Allg Ztg.des Judenthums, (1837) S. 370, Anm. 12 ausdrücklich öffentlich erklärt hat.Vgl. auch Ur. N. Lippmann, Leben und Wirken des am 25. Decbr. 1839 inPosen verstorbenen jüdischen Litteraten David Caro, S. 21 u. die daselbst mit-getheilen Auszüge aus Briefen Jacobsons (vom Adar 577 April 1817) u.David Friedländer (vom 23. Oktober 1820).ss

°) David Caro spielt in der genannten Polemik (S. 43) darauf an, daßder Uebers. der antireformistischen Gutachten ein hebräischer Dichter undGrammatiker gewesen. S. Sachs theilt (in .im 'sw, p. 42) mit, daß SchalomKohen dahinter gesteckt habe. Cr veröffentlichte ein von ihm verfaßtes, sehrgelungenes, in elegischem Tone gehaltenes hebräisches Gedicht (x. 37) gegen dieReform oder vielmehr für die hebräische Sprache. Es sind 13 Strophen, derAnfang lautet: