Jacobson und Libermann.
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unentbehrliche Mittel, das eindringende Wort, wodurch man auf dieöffentliche Meinung einwirken, sie lenken und ihre Thorheit undphrasenhafte Leerheit klar machen kann. Der gänzliche Mangel anBildung hat sich an den Altfrommen bitter gerächt.
Dagegen besaß die junge Gegenpartei, die Nenernngssüchtigen,die Partei Jacobsons, Alles, was jener abging: einen muthigen Führer,Zusammenhang und ganz besonders einen Reichthnm an Schlagwörternund Phrasen, wodurch die Urtheilsunfähigen leicht gewonnen werden-„Zeitgeist, Aufklärung." Man konnte ihr Sieg und Herrschaft pro-phezeien. Sie hatte Jngendmuth und Zuversicht, war keck und in denMitteln nicht sehr wählerisch. Ihr Führer Jacobson verstand es, Zielezu verfolgen und zu erreichen und auch zweckentsprechende Mittel an-zuwenden. Er wußte recht gut, daß der Hamburger Tempel ansSchwierigkeiten stoßen und von den alten Rabbinen als ketzerisch ver-dammt werden würde. Er stand mit den Unternehmern in Verbindung,wußte, daß der Senat, von den Frommen gewonnen, gleich dem Königvon Preußen die Tempelnenerungen verbieten würde. Er wußte auch,daß viele Mitglieder der Hamburger Reformgemeindc zu lau waren,um gegen große Schwierigkeiten anzukämpfen. Darum sorgte Jacobsonim Voraus für die Heiligsprechung des Tempelritns. Unter den Rab-binen Deutschlands konnte er keine Stimme finden, welche den neuenGottesdienst hätte anerkennen mögen. Er trat — und das wirft ansdiese Sache kein günstiges Licht — mit einem gesinnungslosen Aben-teurer in Verbindung, der sich, wie es scheint, ihm verkauft hat.Elieser Libermann aus Oesterreich, ein Spieler, wurde sein Send-bote für die Reform. Es genügt, ihn zu charakterisiren, daß er sichspäter taufen ließ^). Libermann machte im Aufträge der ReformparteiReisen in Oesterreich; von ihm erfuhr sie, daß sich in Ungarn undItalien Rabbinen oder Halbrabbinen finden lassen würden, welche fürden neuen Gottesdienst ein günstiges Gutachten abgeben würden. Ansie ließ daher Jacobson Anfragen ergehen und sah seinen Wunsch
U Ueber Libermann s. G. Wolf, I. N. Mannheimer, eine biographischeSkizze, S. 10, dah er später zum Katholicismus übertrat. Der PolizeichefSedlnitzky. berichtete über ihn an die Hotkanzlei: „daß Libermann als Emissärder Reformpartei in Oesterreich reise und ein Journal »Syonia» gründen wolle"(am 28. Juli 181g). Ob er identisch ist mit dem Lwbs Uibsrman, talmnüisioäisUug'ns, welcher neben Drach und Ratisbonne, den Convertiten, genanntwird? S. La-ebivss Israslirs«, Jahrg. 1840, p. 213 Note. Dah Libermannein Lotterer war, geht aus wion -irr No. 19 hervor.
2) Die von Libermann in nrr -nn veröffentlichten Gutachten, die kurz vor-der Eröffnung des Tempels erschienen sind, beantworten Anfragen, die angeblichvon einem „Manne" vorgelegt worden waren. Man erkennt Jacobson in