Die letzte» altrabbinische» Autoritäten.
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viele Bedenken, aus dem Goiteshause entfernt, das heilige Spinnge-webe, das Niemand anzutasten gewagt hatte, in jugendlichem Ungestümweggefegt und Sinn für geregeltes Wesen, für anständige Haltungbeim Gottesdienste und für Geschmack und Einfachheit geweckt. DieSchäden, die er durch Nachäffung und Verwässerung dem Judenthnwczugefügt hat, kommen nicht ganz auf seine Rechnung.
Selbstverständlich erzeugte die Entstehung des Hamburger Tempelseine Entzweiung in der Jndenheit. Bis dahin gab es nur „Alt-modische" und „Neumodische", wie sie einander nannten, aberkeine Parteien mit einer Fahne, mit Stichwörtern und einem Bckcnntniß.Nicht einmal die Altfrommcn bildeten eine feste Partei. Denn ob-wohl die Anbeter des Herkömmlichen, die sich kein Jota abmäkelnließen, eine so große Zahl ausmachten, daß sie selbst in Hamburg dieNeuerer hätten erdrücken können, so traten sie doch nicht in Geschlossen-heit ans. Man vernahm nur die seufzende, wimmernde StimmeEinzelner über den Verfall des Jndenthnms durch die Uebertreter;diese öfter wiederholten Klagen hörten sich kläglich an. Die Altenhatten keine gebietenden Führer; das Ansehen der Rabbinen war schnell,in einem einzigen Menschenalter, geschwunden. Die häßlichen Raufereienfür und gegen Jonathan Eibeschütz und die Satyren der hebräischenStylisten in der Measfim-Zeit hatten deren Autorität völlig unter-graben. Die großen deutschen Gemeinden ließen die leer gewordenenRabbinenstühle unbesetzt. Von Polen mochten sie nicht mehr ihreRabbiner beziehen, weil diese nicht die Landessprache kannten, und inDeutschland gab es noch keine rabbinischen Größen von anerkannterAutorität. Berlin, wo der christelnde Friedländerische Kreis vermögeseiner Geldmittel die Oberhand hatte, ging mit dem Beispiel voran;ihm folgten die Gemeinde von Prag, seit dem Tode des klugen EzechielLauda», Hamburg seit Abdankung des Eiferers Raphael Kohn undFrankfurt am Main seit dem Tode des überfroinmen chaßidäisch ge-sinnten Pinchas Hnrwitz. Rabbinatsverweser traten an die Stelleder Rabbinen, Zwitterwesen, zu unselbstständig, um eine eigene Meinungzu haben, und zu schwach zum Widerstande gegen die Zumnthungcnrücksichtsloser Gemeindevorsteher.
In Folge der Mißachtung des Rabbinenwesens gingen die tal-mudischen Lehrhäuser ein. Die begabte jüdische Jugend, deren Bil-dungsgang früher mit dem Talmud begonnen hatte, besuchte meistensGymnasien und Universitäten und lernte Talmud und Judenthnm ge-ringschätzen. Die bedeutenden talmudischen Lehrhänser in Prag, Frank-furt, AÜoua-Hamburg, Fürth, Metz, Halberstadt, die früher mindestens