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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Der Reform-Tempel-Verein.

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giöser Andachtserwecknng für die Seele, gäbe. Indessen gnb es dochin Hamburg selbst einige, obwohl dem Neuen huldigende Männer,welche mit dem Jndenthnme und seiner Vergangenheit nicht ganzbrechen und namentlich die hebräische Sprache beim Gebete nichtmissen mochten. Die Träger dieser Partei waren M. I. Bresselan,der selbst einen schönen hebräischen Styl schrieb, und Säckel Fränkel(starb in Hamburg 1833), ebenfalls Kenner des Hebräischen, der einigeApokryphen in die heilige Sprache zurückübersetzte. Diese Beiden trafeneine Auswahl unter den vorhandenen hebräischen Gebetstücken, um siemit den neu eingeführten deutschen Liedern und Gebeten zu verquicken, ^eine ungleichartige Mischung in Inhalt und Form, einem friedlichenAusgleich unter streitenden Geschäftsleuten ähnlich. Ein rühriger Kauf-mann, Cohn (man nannte ihn von seinem Geschäftsbetrieb den Zucker-Cohn), warb eifrig Anhänger und Beiträge für die Gemeinde. Etwafünfzig Familien schlossen sich zusammen, und so entstand 1818 derReform-Tempel-Verein in Hamburg. Diese Mischlingsgebnrtist ohne Liebe und Begeisterung in die Welt gesetzt worden. DieMitglieder desselben waren so nüchternen Sinnes, daß der Erinnerungs-tag der Schlacht bei Leipzig znm Einweihnngstermin gewählt wurde(18. Oct. 1818). Der Prediger Kley mußte, um nur einen vollen Stoffzu haben, an die deutschen Befreiungskriege anknüpfen, welche die Indenin Deutschland eher zurück als vorwärts gebracht hatten. JungeMädchen sangen Lieder zur Einweihung des Tempels gemeinschaftlichmit Jünglingen, um einen Eindruck zu erzielen, den die Sache selbstnicht Hervorbringen konnte was andererseits großes AergernißgabZ. Kley, ein mittelmäßiger Redner und mittelmäßiger Kopf, wärenicht im Stande gewesen, die Tempelgemeinde dauernd znsammen-zuhalten, wenn die Templer, wie sie genannt wurden, nicht an Gott- 7^hold Salomon (aus Dessau, starb 1862") einen gewandten Kanzel-

Quellen über die Entstehung des Tempels bilden die Streitschriften:p-v und -nu, (herausgsgeben von Liberinann 1818), Gutachten für, undwn 2 >-, Gutachten gegen den Tempel 1819; L. S. Nießer, Send-

schreiben an meine Religionsgenossen 1819; Bresselau (anonym) aitta-n: Lp) 1819; S. Fränkel, theol. Gutachten über das Gebetbuch ... desTempelvereins 1842; offenes Sendschreiben an Geiger über den HamburgerTempelstreit, Zeitg. des Judenthums, Jahrg. 1842, S. 236. Salomon, Ge-schichte des Tempels 1844 enthält nur bekannte Thatsachen.

2) lieber die Meinung, welche selbst dis Gesinnungsgenossen über Solomon,

Kley und andere Begründer des Tempels hatten, vergl. H. Heine, Briefe 1,

S. 103, 127. Wie diese Prediger und der Vorstand gegen einander Anklagenschleuderten, zeigt Orient Jahrg. 1845, S. 29 f. Salomons Biographie ist vor-trefflich, jedoch sin wenig zu optimistisch dargestellt von 1)r. Phöbus Philippsonin seinen biographischen Skizzen III. Eine besonnene Stimme eines für Reform