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Geschichte der Juden.
ich auch über das Werk, die Juden, nicht immer mit hinlänglicherEhrfurcht gesprochen. Die Geschichte des Mittelalters und selbst deranderen Zeiten hat selten in ihre Tagesberichte die Namen solcher Ritterdes heiligen Geistes eingezeichnet, denn sie fochten gewöhnlich mit ver-schlossenem Visir. Ebenso wenig die Thaten der Juden, wie ihr eigen-thümliches Wesen sind der Welt bekannt. Man glaubt sie zu kennen,weil man ihre Bärte gesehen, aber mehr kam nie von ihnen zumVorschein, und wie im Mittelalter sind sie auch in der modernen Zeitein wandelndes Geheimniß. Es mag enthüllt werden an dem Tage,wovon der Prophet geweissagt" . . .
„Ja, den Juden, denen die Welt ihren Gott verdankt, verdanktsie auch dessen Wort, die Bibel; sie haben sie gerettet ans demBankerott des römischen Reiches, und in der tollen Raufzeit der Völker-wanderung bewahrten sie das theuere Buch, bis es der Protestantismusbei ihnen aufsuchte und das gefundene Buch in die Landessprachenübersetzte und in alle Welt verbreitete . . . Im Norden von Europaund Amerika hat sich das Palästinathnm so geltend gemacht, daß mansich dort unter Juden versetzt zu sehen glaubt ... Ich will nichtreden von den meisten neuen Gemeinden der Vereinigten Staaten, woman das alttestamentliche Leben pedantisch nachäfft, . . . aber dieKarrikatur wird nicht schwinden, das Echte, Unvergängliche und Wahre,nämlich die Sittlichkeit des alten Judenthums, wird in jenen Ländernebenso gotterfreulich blühen, wie einst am Jordan und auf den Höhendes Libanons. Man hat keine Palmen nöthig, um gut zu sein, undGutsein ist besser, denn Schönheit . . . Judäa erschien mirimmer wie ein Stück Occivent, das sich mitten in den Orient verloren.In der That, mit seinem spiritualistischen Glauben, seinen strengen,keuschen, sogar ascetischen Sitten, kurz mit seiner abstrakten Innerlich-keit bildete dieses Land und sein Volk immer den sonderbarsten Gegen-satz zu den Nachbarländern und Nachbarvölkern, die, den üppig buntestenund berüchtigtesten Naturkulten huldigend, im bacchantischen Sinnenjnbelihr Dasein verschleuderten. Israel saß fromm unter seinem Feigen-bäume und sang das Lob des unsichtbaren Gottes und übte Tugendund Gerechtigkeit, während in den Tempeln von Babel, Ninive, Sidonund Tyrus jene blutigen und unzüchtigen Orgien gefeiert wurden, obderen Beschreibung uns noch jetzt das Haar sich sträubt. Bedenkt mandiese Umgebung, so kann man diese frühe Größe Israels nicht genugbewunvern. Von der Freiheitsliebe Israels, während nicht bloß inin seiner Umgebung, sondern bei allen Völkern des Alterthums, sogarbei den philosophischen, die Sklaverei justificirt war und in Blüthestand, will ich nicht gern reden, um die Bibel nicht zu compromittiren