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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Heine und Michael Beer.

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seine Vorfahren haben durch eine blutige Missethat ihren traurigenZustand selbst verschuldet. Die Anspielung auf Christus mag wohlmanchen Leuten gefallen .... Ich wollte, Michael Beer wäre getauftund spräche sich derb, ganz nlmansorartig in Hinsicht des Christen-thums aus, statt daß er dasselbe ängstlich schont und sogar mit dem-selben liebäugelt^)." Heine hätte auch hinznfügen könne», daß MichaelBeer ans Verblendung oder Phantasiemangel seine Glaubensgenossen,von denen er sich doch äußerlich nicht trennen mochte, an denPranger gestellt, und ihnen Laster angedichtet hat, von denen sie ganzgewiß frei sind. Seinfrommer Rabbi" stellt einen Talmudkundigendar, forschend in den toten Büchern, in einsamer Gegend und sich be-mühend, alle religiösen Pflichten und besonders drei Gebote zu erfüllen:

Drei Gebote sind die Höchsten:

Gastrecht üben, Kranke pflegenUnd zum Grabe hin den TobtenMit Gebeten zu geleiten."

Darum freute sich der Talmudist, als ihm ein Gast ins Hauskam, an dem er die Pflicht der Gastfreundschaft üben konnte. Ermarterte und verwundete ihn aber auch, um ihn heilen zu können,und zuletzt erhob er die Mordaxt gegen denselben, damit er an ihmauch das letzte der drei Gebote ausübcn könnte. Einen schlechtenWitz, eines Erzjudenfeindes würdig, hat Michael Beer in eine An-klage gegen die Anhänger des Talmud eingekleidet.

Der arme Michael Beer hatte sich von seinen Stammcsgenossenfern gehalten und sich an die vornehme christliche Welt angeschmiegt,in dem Wahne, sie werde seine Abstammung vergessen. Sie erinnertesich und ihn einst so empfindlich daran, daß er sich die erfahreneKränkung zu Gemüth zog und daran starb").

Aber gerade in dieser Zeit, wo Heine sich innerlich viel mit demJndenthum beschäftigte, in Begeisterung für seine Geschichte gerietstund das Christenthum am heftigsten haßte ließ er sich still inHeiligenstadt in die Christengemeinde anfnehmen (28. Juni 1825) undnahm die Taufnamen Christian Johann Heinrich an. Langehatte er gegen diese Anfechtung gekämpft. Er hat sich deutlich genugdarüber ausgesprochen:Keiner von meiner Familie ist dagegen, außerich. Und dieser ich ist sehr eigensinniger Natur. Aus meiner Denk-art kannst Du Dir wohl abstrahiren, daß mir die Taufe ein gleichgültigerAkt ist, daß ich ihn auch symbolisch nicht wichtig achte, und daß er in

U An Moser das. 188 f.

-) August Lewald, Panorama von München, I, S. 7879.

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