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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Geschichte der Juden.

Krokodils. Dos Wasser (Du weißt Wohl, wovon ich rede) ist DeinUnglück, und Du wirst untergehen." Der tragische Knoten schürzt sichgleich im Anfänge. Während der Rabbi und seine Frau am Passah-abend selig in der Erinnerung an die Befreiung aus Egypten schwelgen,schleichen sich zwei verkappte Männer ein und lasse» einen Kindesleichnamunter den Tisch fallen, um über Rabbiner und Gemeinde die gräß-liche Anklage des Kindermordes zu erheben. Das blutige Ungethümdes mittelalterlichen Wahnes erhebt sein Haupt.

So entflammt für den jüdischen Stamm war Heine damals, daßihn ein Drama (Der Paria) seines Freundes, des Dichters MichaelBeer, des Bruders des Componisten Meyerbeer, das in nicht sehrstolzem Tone auf die Juden auspielte, höchst unwillig machte. DerParia Gadhi, der Verworfene, der eine Rajah-Tochter in Liebe ansich gekettet und durch sie und mit ihr den Untergang findet, solltean die ausgestoßenen Juden erinnern, welche einem Wahn zu Liebevon den Priestern verflucht und von dem Volke gehaßt werden.Michael Beer läßt allerdings durch seinen Helden den Hochmüthigenderbe Wahrheit künden:

Sie schmeicheln ihrem Hund und ihrem RosseUnd scheuen uns, als hält' uns die NaturZur Larve Menschenbildung nur gegeben.

Stellt mich Euch gleich und seht, ob ich Euch gleiche!

Ich Hab ein Vaterland, ich will's beschützen.

Sie scheuen uns, gleich von der Pest Berührten,

Doch rollt ihr Blut von frecher Lust durchglüht;

Gleich gilt es diesem rasenden Geschlechts,

Ob es Befriedigung findet im Palast,

Ob in des Paria fluchbeladener Hütte."

Aber Gadhi oder Michael Beer erkannte den Vorwurf seinerVerfolger und die Verworfenheit seines eigenen Stammes theilweiseals berechtigt an. Ein Fluch laste auf diesem:

Weil einst vielleicht in grauer FabelzeitEin Paria die Huldigung dir geweigert,

Den Gott verhöhnt, der zu der Erde PrüfungSein lichtes Dasein hat mit Glanz umgürtet."

Das ärgerte Heine außerordentlich, dieses Zugeständniß dürfteein Jude dem Christenthume nicht machen, sonst verdiente er seinenSklavenberuf.Fatal, höchst fatal war mir die Hauptbeziehungdes Gedichtes, daß der Paria ein verkappter Jude ist. Man mußAlles aufbieten, daß es Niemandem einfalle .... und es ist dumm,daß man diese Aehnlichkeit geflissentlich hervorhebt. Am allerdümmstenund schädlichsten ist die saubere Idee, daß der Paria muthmaßt,