Heine's Stellung zum Judenthum.
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(P. G. .) im Verein mit einem Christen, seinem Neidhardt, den Fallseines Almansor eingeleitet oder angeregt hätte'). Er wurde dadurchaußerordentlich erbittert, unzufrieden mit sich selbst, und gegen Judenund Christen tief gereizt.
Zur selben Zeit hatte ihn Zwischenträgerei von der Tempelgemeindebei seinem Oheim angeschwärzt, und dieser ließ ihn die Abhängigkeitvon seinem Geldbeutel fühlen, mehr als der hochfahrende Sinn Heine'ses vertragen konnte. Er dachte seit der Zeit ernstlich daran, sich vonseinem reichen und gegen ihn kleinlich handelnden Oheim zu emancipiren,sich eine freie Stellung zu erobern.
Es zeugt für Heines warme Anhänglichkeit an seinen Stamm,daß er auch in dieser verdrießlichen Stimmung ernstlich daran ging,ihn zu verherrlichen. Der hinreißende Psalm, der einst an den WeidenBabels von einem hebräischen Dichter gesungen wurde, ging ihm nichtaus dem Sinn:
„Lechzend klebe mir die Zunge„An dem Gaumen, und es welke„Meine rechte Hand, vergaß' ich„Jemals dein, Jerusalem!")."
Er hatte sich in jüdisch-geschichtliche Studien vertieft, um einenArtikel für die Zeitschrift des Kultur-Vereins zu schreiben, welcherden „tragischen Judenschmerz" ausdrücken sollte^). Zufolge des er-littenen Schimpfes wollte er eine glänzende Rache an der judenfeindlichendeutschen Christenheit nehmen und ihr in einem jüdischen Romaneinen Spiegel Vorhalten. Im „Rabbi von Bacharach" wollte erdie herrlichen und die traurigen Scenen der jüdischen Geschichte lebendig,wie nur er allein es vermochte, vorführen Zu diesem Zwecke vertiefteer sich noch mehr in die Jahrbücher der jüdischen Geschichte, weil erein geschichtlich treues Bild liefern wollte; seine Phantasie sollte dieThatsachen nur beleuchten, nicht erfinden, da ihm Stoff genug zuGebote stand. Heine, der empfindliche Feinfühler, ließ es sich nichtverdrießen, deswegen in dem Schmutz alter Scharteken, in Schudts
') Briefe I, S. 119.
'') An Moser vom Auf. Januar 1824. Briefe I, S. 142, auch in Romanzerooder hebräische Melodien, B. XVIII, S. 195 ausgenommen.
2) Brief an Moser vom 18. Juni 1823, das. S. 69, 89.
*) In den vorhandenen Briefen an Moser sprach Heine zwar erst im Juni1824 vom Rabbi von Bacharach S. 167, doch so, das; man daraus ersieht, daßer schon längere Zeit daran gearbeitet und bereits den dritten Theil vollendethatte. Von seinem Chroniklesen schreibt er schon an Moser im Febr. desselbenJahres. Er muß also schon ein Jahr vorher daran gegangen sein, und zwar inFolge des Falles des Almansor.