Börne's Auftreten für die Juden.
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oder, wie Börne-sagte, „ein metaphysisches Hep-Hep", in einem dick-leibigen, schalen, dummen Buche voll Gehässigkeit ansgestoßen hat,verhöhnte. Börne mit Nasenstübern. „Der Judenhaß ist einer derpontinischen Sümpfe, welche das schöne Frühlingsland unserer Frei-heit vergiften. Man sieht die hoffnungsvollen Freunde des Vater-landes mit bleichen Gesichtern hoffnungslos umherwandeln. Derdeutsche Geist wohnt auf Alpenhöhen, aber das deutsche Gemüth keuchtin feuchten Marschländern. Holst will die Juden todtschlagen, undwenn sie sich zur Wehr setzen, wendet er sich zum Kreise seiner Zuschauerund spricht: „„Da sehen Sie, wie Recht ich habe, wenn ich die Judenbeispiellos frech nenne; sie wollen nicht dulden, daß man ihnen nochso wenig den Kopf abschlage und mucksen"". . . . „Sind die Indenschlechte Väter, verdorbene Söhne, verbuhlte Mütter, verrätherischeFreunde? Morden, rauben, stehlen sie? Kennen sie den Ehebruch,die Trunkenheit, die Schwelgerei, die Spielsucht, vertaumeln sie ihrLeben in Sinnenlnst? Wenn sie das wären und thäten, dann hättees der Verfasser sicher gesagt. Aber nein, sie berühren das Wasserkaum mit den Fingerspitzen, sie nehmen 20 Prozente, sie gewinnenauf 10 Ellen Waare ^ Elle, welches bei einem jährlichen Absätzevon 10 Millionen Ellen, einen betrügerischen Gewinnst von 100,000Ellen machen — würde! .... Ihr haßt die Juden, nicht weil siees verdienen, sondern weil sie verdienen.Was ihr Menschen-
rechte nennt (die ihr den Juden allenfalls einräumt), das sind nur Thier-rechte. Das Recht, seine Nahrung anfzusuchen, sie zu essen, zu schlafenund sich fortzupflanzen, diese Rechte genießt auch das Wild auf demFelde — bis ihr es erlegt, und diese wollt ihr auch den Juden
angedeihen lassen.„Ihr Herren von Frankfurt, Hamburg,
Lübeck und Bremen, antwortet mir: Ihr klagt, die Juden ergeben sichalle dem Schacher, und dennoch verhindert ihr die geistige Entwickelungderer, die sich vom Schacher losmachen! Ich lasse mich nicht abweisen,ich will Antwort darauf haben. Ihr Herren von Frankfurt, sagt mir:Warum sollen nur vier jüdische Aerzte, warum sollen gar keine IndenAdvokaten werden?. . . . Noch vor zwanzig Jahren habt ihr in eurerfreien Stadt ebenso gegen Katholiken gewüthet, als ihr jetzt gegenJuden wüthet .... glaubt ihr nicht, daß ein Tag kommen wird,der euch befiehlt, auch die Juden als eure Gleichberechtigten anzusehen?Aber ihr wollt gezwungen sein! Der Deutsche ist taub. Freiwilligfolgt ihr nicht, das Verhängniß muß euch bei der Brust packen undeuch hier und dorthin schleppen. Schämt euch!" Zum Schluffe be-merkt Börne: „Ich liebe nicht den Juden, nicht den Christen, ich liebesie nur, weil sie Menschen sind und zur Freiheit geboren. Freiheit