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Geschichte der Juden.
für die Juden hatte, nicht der junge Varnhagen von Ense, obwohl erRahel zur Frau hatte, die doch mit geschmäht wurde. Nur ein einzigerSchriftsteller überwand das Vorurtheil und trotzte der feindseligenöffentlichen Meinung, um für die von allen Seiten geschmähten undangegriffenen Juden mit seinem Namen einzutreten, der LustspieldichterJulius von Voß, dessen Stimme freilich keine große Tragweitehatte, dessen zerrüttete Lebensverhältnisse noch dazu den Verdacht er-regten, ob nicht jüdische Freigebigkeit ihn das Wagniß begehen ließ.Von Voß selbst hatte in Lustspielen und Romanen jüdische Figurendem Lachen preisgegeben. Aus Reue und Gewissensbissen darüber,gestand er, habe er die Lichtseiten der Inden hervorheben und siegegen die gehäuften Hep-Hep-Schmähungen in Schutz nehmen wollen.Er sagte den Judenfressern, daß sie sich schämen müßten, 1819 zu1419 zurückschrauben zu wollen, „daß die Urahnin aller Kulte vonden indischen Mohammedanern an durch Europa hin bis zum letztenChristen in Californien und von da wieder bis nach Sibirien," überalldie jüdische Religion sei. „Wollt ihr einem Plünderungssystem anreichen Israeliten den Eingang öffnen, wird des Pöbels Abschaumbald auch anderes Eigenthum rauben und von Zügellosigkeit inZügellosigkeit fallen, und nur Blutbad auf Blutbad wird die öffentlicheMeinung herzustellen vermögen," rief ihnen von Voß drohend zu. SeinWort wurde wenig beachtet oder gar verspottet. Noch weniger Ein-druck machten anonyme Schriften von diesem oder jenem Freimaurerzu Gunsten der Juden. Aber jedenfalls ist doch ihre Gesinnung undihr guter Wille anzuerkennen. Schmählich benahmen sich aber diegetauften Inden bei diesen Judenstürmen. Nicht einer von ihnen,außer Börne, trat für ihre ehemaligen Brüder mit der Entrüstungauf, welche Gewaltthätigkeit gegen Wehrlose einflößen muß. Rahelvon Varnhagen, welche durch ihre vernünftelnde Christelei an denNebelschleiern der Deutschen mitgewebt hat, schrieb zwar an ihrenBruder Ludwig Robert, welcher Zeuge des Hep-Hep-Sturmes^ war, in ihrer Art: „Ich bin grenzenlos traurig, und in einer Art,
wie ich es noch gar nicht war. Wegen der Juden. Behaltenwollen sie sie; aber zum Peinigen, zum Verachten, zum „Judenmauschel"
schimpfen.zum Fußstoß und Treppenrnnterwerfen.
Die gleißnerische Neu-Liebe zur christlichen Religion (Gott verzeihe^ mir meine Sünde!), zum Mittelalter niit seiner Kunst, Dichtungenund Gräueln hetzt das Volk zu dem einzigen Gräuel, zu dem es sichnoch, an alte Erlebnisse erinnert, anfhetzen läßt ... Es ist nichtdie That des Volkes, dem man Hep schreien lehrte .... dieProfessoren Fries und Rühs, und wie sie heißen, Arnim, Brentano,