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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Geschichte der Juden.

(Hsdrsrv Llsloäiss) und wußte die tausendjährige, schnöde Pein insanfte Thränen aufzulösen. Man glaubt Jehuda Halevi's klagendeZioniden zu hören, wie er an den heiligen Gräbern den alten Glanzvon Israels Vergangenheit hervorzauberte, um das Weh der Gegen-wart doppelt schmerzlich empfinden zu lassen. Lord Byron feierteDavids heilige Harfe und ihre Zauberkraft:

Sie sänftigte Menschen, hart wie Erz,

Hauchte ihnen niegekannte Wehmuth ein,

Kein Ohr so stumpf, so roh kein Herz,

Das nicht erglüht,von diesen Tönen.

Byron beschwor den hehren Schatten des Heldenkönigs Saulund des düstern Propheten Samuel herauf, beleuchtete mit seinerDichterflamme die Trümmer des Tempels, den Titus angezündet,und den letzten schmerzlichen Blick, den die gefesselten jüdischen Heldendarauf warfen, die künftigen Leiden im düsteren Gemüthe ahnend:Ich blickte auf Tempel und Vaterhaus nochUnd vergaß eine Weile Knechtschaft und Joch.

Doch ich sah nur in Flammen den Tempel verzehrt,

Und Fesseln, den Händen die Rache verwehrt . . .

Wie zerstreut und verachtet Dein Volk auch mag sein,

Wir verehren, o Vater, doch Dich nur allein.

Würdig eines trauernden Psalmendichters ist die Klage um dastiefe Weh der tausendfach Verfolgten:

Beweint sie, die geweint an Babels Strome,

Ihr Reich ein Traum, in Trümmer ihre Doms.

Wo wäscht Las Blut sich Juda von den Füßen?

Wann soll Gesang von Zion wieder grüßen?

Ihr Stämme mit dem Wanderstab, ihr Müden,

Wohin könnt fliehen ihr und finden Frieden?

Die Taube hat ihr Nest, der Fuchs die Kluft,

Der Mensch dis Heimath, Israel nur die Gruft".

Byron wußte sich in die Tiefen der jüdischen Empfindung zuversenken und ihr Leid wie ihre Treue mit wenigen Strichen zu ver-lebendigen:

O, wäre so falsch ich, wie Du geglaubt,

Nimmer war' der Heimat ich jetzo beraubt;

Nur Abfall von Gott, und der Fluch wär' geschwächt,

Die einzige Schuld, welche trägt mein Geschlecht . . .

Ich gäb' für den Glauben Du hast nicht so viel,

Gott weiß es, Er, dem Dein Glücksstand gefiel,

Mein Herz und mein Hoffen hat Er in der Hand,

Gern laß' ich für ihn Dir mein Leben, mein Land st.

st Usbrsrv ZIeloctis.?, zum Theil nach der Uebers. in L. A. FranklsLibanon."