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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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327
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Der Hep-Hep-Jndenstnrm.

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zusammengebracht. Die Bürgergarde, welche die Anstürmenden aus-eiuandertreiben sollte, versagte ihren Dienst. Der StadtdirektorPfizer, statt den Verfolgten beizustehen, unterstützte die Verfolger.Es märe Blut vergossen worden, wenn nicht die Heidelberger Studenten-schaft, vielleicht durch Berührung mit Frankreich menschlicher gestimmt,angeführt von zwei Professoren, Dank und Thibaut, die Wehrlosenmit eigener Gefahr geschützt hätte. Erst als die bewaffnete Machteinschritt, Patrouillen das ganze badische Land durchschweiften, undjedes Städtchen und jedes Dorf für Angriffe Einzelner ans ihrerMitte auf die Juden verantwortlich gemacht wurde, legte sich all-mählich der Judenstnrm; aber der Haß wurde dadurch nur noch in-grimmiger.

Aus Deutschland flog der Funke des Judenhasses sogar in dieHauptstadt des dänischen Staates, der einige Jahre vorher den Judendas Bürgerrecht ertheilt und es nicht mehr zurückgenommen hatte.Die Veranlassung dazu war, daß flüchtige jüdische Kauflente ansHamburg sich in Kopenhagen niederließen und Andere ihnen nachzu-folgen ermuthigten. Deswegen regte sich der Brodneid, möglicherWeise von deutschen Kaufleuten aufgestachelt. Hier erhob sich indeß(Sept.) nur der Pöbel, begann mit Steinwürfen gegen Juden undendete mit Tätlichkeiten und Verwundungen. ^Die Regierung mußtedas Standrecht verkünden. Die Bürger standen dagegen in denwenigen Städten, wo Juden wohnten, diesen bei, und die Prediger,verkündeten von den Kanzeln Duldung und Liebe gegen sie. InDeutschland blieben die Diener der Religion beim Anblick der Rohheitenstumm oder sahen ihnen gar schadenfroh zu. Angriffe auf Indenhatten sich von Würzbnrg aus südwärts bis Karlsruhe und nordwärtsbis Danzig erstreckt; am häufigsten jedoch waren sie in Bayern undBaden, wo der Judenfresser Fries gewühlt hatte. Damit kein Zugvon den mittelalterlichen Judenhetzen fehlen sollte, wurde in einemkleinen bayrischen Orte eine Synagoge gestürmt, und die Gesetzrollenwurden in roher Weise zerrissen. Auch da, wo sich die Faust nicht ballenkonnte, donnerte der Mund in kleinen und großen Städten jedem Judenein Hep-Hep zur Belustigung der Zuschauer entgegen^). Die polizeiliche

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*) Alle Zeitungen brachten damals Nachrichten darüber, ruhig und sachgemäßdie Berliner, besonders die Haude und Spener'sche, am perfidesten die AugsburgerAllgemeine. Jost hat dieses Factum verkleistert. Er bemerkt X, I, 1N5:DieErscheinung solcher Gewaltthaten mitten im Frieden, betrübte alle Gutgesinntenin Deutschland ... wiewohl der Unfug nur örtlich und Folge absichtlicher Auf-reizung war." Ganz anders stellt es ein christlicher Zeitgenosse dar, der unterdem frischen Eindruck darüber geschrieben hat, Julius von Voß, Die Hep-Heps in Franken, S. 9:Ihr da, Judenverfolgungen an einem Orte anhebend.