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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Der Hep - Hep - Judenstnrm.

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verreck!" Im studentischen Kauderwelsch sollte das damals zu-erst aufgekommene Wort bedeuten:Jerusalem ist verloren"(Ilisrosol^mu sst! psrllita). Breudel wurde verfolgt und mußte sickiretten. Den Tumult benutzten brodneidische Kaufleute, welche erbittertdarüber waren, daß jüdische Concurrenten den Kaffee um einige Kreuzerbilliger verkauften, und einige Andere, welche etwas gegen einen ge-adelten jüdischen Kapitalisten Hirsch hatten. Eine leidenschaftlicheWuth bemächtigte sich der Bevölkerung. Sie erbrach die Kauflädender Juden und warf die Waren auf die Straße. Und als die An-gegriffenen sich zur Wehr setzten und mit Steinen warfen, steigertesich die Erbitterung bis zur Raserei. Es entstand eine förmliche Juden-schlacht wie im Mittelalter, es kamen Verwundungen vor, mehrerePersonen wurden getödtet. Etwa vierzig Bürger hatten sich an diesemJudeusturm betheiligt. Militär mußte zur Dämpfung der Erbitterungherbeigeholt werden, sonst wären die Juden niedergemetzelt worden.Tages darauf stellte die Bürgerschaft die Forderung an die städtischeBehörde, daß die Juden Würzburg verlassen mögen. Und sie mußtesich fügen. Mit Trauer verließen etwa vierhundert Juden jeden Altersdie Stadt und lagerten mehrere Tage in den Dörfern unter Zelten, ^einer trüben Zukunft entgegensehend. Aehuliche Sceuen wieder-holten sich bald in Bamberg und in fast allen Städten Frankens.

Wo sich ein Jude blicken ließ, wurde er mit dem SchimpfnamenHep-Hep"Jud' verreck" angebrüllt und mißhandelt.

Für Frankfurt war diese Judenhetze in Franken ein Fingerzeig,wie die Verhaßten gedemütigt werden könnten, sie, die gewagt hatten,einen Proceß gegen den Senat zu führen, und die einige Beschützerbeim Bundestage hatten. So wiederholte sich hier (9. 10. August)ein Krawall; er begann mit dem Hep-Hep-Ruf und mit Zerstörender Fensterscheiben an jüdischen Häusern und steigerte sich zu derRohheit, alle Juden mit Hohn und Mißhandlung von den Promenadenzu verjagen. Handwerker, Tagelöhner, Ladendiener, von ihren Brod-herren heimlich ermuthigt, machten, wie zwei Jahrhunderte vorher,zur Zeit Vincenz Fettmilchs, zerstörende Angriffe auf jüdische Häuser.Ganz besonders war es auf Rothschilds Haus abgesehen, dessen Reich-thum und Bedeutung in politischen Kreisen den christlichen Patriciernin die Augen stach. In Paris erschienen zur selben Zeit auf einemvon James Rothschild veranstalteten Balle sämmtliche Gesandteund diplomatischen Vertreter, und in Deutschland behandelte man dieRothschilds noch wie Trödeljuden. Mehrere vermögende Juden ver-ließen das jndenmörderische Frankfurt. Dieser zur Wuth gesteigerteJudensturm in Frankfurt, dem Sitze des Bundestages, war den Ge-