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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Lewis Way.

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Hunderts, lauschte auf die Prophezeiungen des alten Testaments undder Apokalypse nud war der Ueberzeugung, daß die jüdische Nationnoch einmal ihre Auferstehung erleben und in Herrlichkeit in ihr ehe-maliges Vaterland zurückkehren werde. Erst dann, nach wiedererlangterSelbständigkeit, werde sie sich zu Jesu Lehre bekennen. Es war ihmdaher eine Gewissenssache, die Erhebung der Juden, so viel an ihmlag, zu fördern. Er hatte zu diesem Zwecke Reisen in Polen gemacht,um sich von der Zahl und dem Zustande der dortigen Juden Gewißheitzu verschaffen. Way arbeitete in Folge dessen eine wunderliche Denk-schrift aus, worin er die hohe Bedeutung des jüdischen Volkes nichtbloß in der Vergangenheit, sondern auch für die Zukunft beleuchtete.Mit dieser Denkschrift begab er sich nach Aachen, wohin der Königvon Preußen und die Kaiser von Rußland und Oesterreich mit ihrenMinistern und Diplomaten zu einem Kongreß (Ende Sept. 1818) zu-sammengekommen waren, um Berathuugen über die Zurückziehung derBesatzungstruppen aus Frankreich und die Erweiterung der heiligenAlliance zu pflegen. Way hatte sich an den bereits altersschwachen Dohmgewendet, sein Bestreben zur Emancipation der Juden in Europa zuunterstützen und eine neue Schrift zu ihren Gunsten auszuarbeiten.Dieser konnte zlvar aus Schwäche auf nichts eingehen; aber er er-neuerte seine alte Ueberzeugung gegenüber den Judenfressern: daß derDruck der Juden im Widerspruch mit der Menschlichkeit, der christ-lichen Religion und besonders mit den Grundsätzen einer weisenStaatsverfassuug sei. Way wendete, trotz seiner Schwärmerei, dasrechte Mittel an, um zum Ziele zu gelangen. Er suchte zunächst aufden Kaiser Alexander günstig einzuwirke», dessen mystische Stimmungen,da er mit ihm gemeinschaftlich Reisen in Südrnßland und in derKrim gemacht hatte, ihm bekannt waren. Sobald dieser, der damalsauf die Aufhebung der Leibeigenschaft in Rußland bedacht war, sichfür die Gleichstellung der Juden geneigt zeigen sollte, so war nichtdaran zu zweifeln, daß Friedrich Wilhelm III. und Kaiser Franzwenigstens eine gute Miene dazu machen würden.

Way ging von dem Gedanken aus, daß die Juden eine königlicheNation seien und auch im Exile und in den Drangsalen ihrestragischen Geschichtsganges nicht aufgehört haben, es zu sein'). In

') Seine Schrift führte den Titel: Ilemoires sur 1'stat äes I8raslits8,cleiliss ä Isnrs Auseotes imperialse st royales, rennisü au eouKrss cl'LIxtu Olmyslts, Paris 1819. Sie ist äußerst selten geworden. Mehrere, die siecitiren, haben sie nicht gesehen. ?. 17 heißt es: 0's8t gue lss .Init« non8enlsmeut ysinlaut Ik8 oaxtivitW ck'lZK^xrs st cks lZab^lone, mai8 clspni«meine gus ls 8eentrs S8t. sorti cts Incta, n'ontfainai8 0S88S8 cl'etrs uns Nationroyale etc. lieber Way vgl. Frankel-Grätz Monatsschr., Jahrg. 1569, S. 234 ff.

Graetz. Geschichte der Juden. XI. 21