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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Das Sanhedrin.

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Jahr die Anzahl der jüdischen Militärpflichtigen angeben sollten.Vergebens hatte die Minorität der Versammlung der Notabeln dasSchimpfliche dieser Verpflichtung der Rabbinen für Polizeidienste her-vorgehoben und auf die Schmach hingewiesen, welche den Judendadurch angethan werde, als ob sie den Waffendienst scheuten. EinMitglied derselben machte geltend, wie viele jüdische Soldaten imKriege gegen Preußen dienten, darunter siebzehn Offiziere aus dendeutschen Departements. Wie dürfen die Juden selbst ein Gesetz gutheißen, oder auch nur durchgehen lassen, welches so die eigene Feigheitverewigt? Die Minorität schlug daher eine Aenderung vor, welchedie Ehre der Juden und die Würde der Rabbinen unangetastet lassensollte. Allein die Majorität wagte nicht dem Vorschläge der kaiser-lichen Commissarien entgegenzutreten und nahm die beschimpfendenBestimmungen an. Noch weniger hatte sie den Mnth, aus eigenemAntriebe nützliche Vorschläge zu machen; sie wagte nicht einmal anzu-geben, wie die Rabbinen und Großrabbinen ausgebildet werden sollten.Schüchtern erlaubte sie sich nur die Bitte, daß der Staat die Besoldungder Rabbinen zum Theil wenigstens übernehmen möge.

Die Schlußsitzung des jüdischen Parlaments, das zuletzt immermehr in Liebedienerei verfiel, war feierlich. Einer der Secretäre,Isaak Samuel Avigdor aus Nizza, der französischen und italienischenSprache kundig, welcher einen Rückblick auf die jüdische Geschichtewarf, die Ursache der Antipathie der Völker gegen den jüdischenStamm angab, hob zum Schluffe noch hervor, daß die Vertreter derkatholischen Kirche stets oder doch öfter milde und barmherzig an denJuden gehandelt hätten.Das Volk Israel, immer unglücklich undbeinahe immer unterdrückt, hat nie Mittel und Gelegenheit gefunden,seine Dankbarkeit für so viele Wohlthaten an den Tag zu legen . . .Seit achtzehn Jahrhunderten ist die Gelegenheit, die sich jetzt unsdarbietet, die erste, um die Gefühle unserer Herzen zu erkennen zugeben . . . Darum . . . beweisen wir der Welt, daß wir Alle unsereehemaligen Unglücksfälle vergessen haben, und daß nur die gutenHandlungen unauslöschlich in unsere Herzen gegraben sind. Hoffenwir von den Geistlichen, unseren Zeitgenossen, daß sie durch ihrenEinfluß das heilige Gefühl der Bruderliebe anfachen werden." DieVersammlung nahm den wahrscheinlich eingegebenen Vorschlag Avigdorsan: daß sie voll Dankbarkeit für die Aufnahme sei, welche die Päpsteund geistlichen Herren zu verschiedenen Zeiten den Israeliten angedeihenließen, als Barbarei, Vorurtheil und Unwissenheit die Juden verfolgtenund sie aus dem Schooße der. Gesellschaft stießen, und sie beschloß,