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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Das Sanhedrin.

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daß man nicht mehr darüber erstaunte. Aber daß dieser bewunderteund gefürchtete Held sich zu dem ältesten Bolle herabließ, es ans derNiedrigkeit zu erheben und ihm wenigstens eine seiner verlorenenHerrlichkeiten wiederzugeben, erregte die allgemeine Aufmerksamkeit,unter Christen vielleicht noch mehr als unter Juden. Man betrachtetedieses Ereigniß als etwas Wunderbares, als einen neuen weltgeschicht-lichen Keim, welcher vielleicht eine neue Gestaltung der Dinge Hervor-bringen würde. Freilich wagten die meisten Gemeinden aus Furchtvor ihrer argwöhnischen Regierung nicht, ihren Enthusiasmus kundzu geben. Nur eine Gesellschaft in Frankfurt a./M., dessen Regent, derFürst-Primas Dalberg, Napoleons Verehrer war, und die aufgeklärteneue Gemeinde in Amsterdam (^.llut llssellurnu) richteten Huldignngs-adressen an die Versammlung, welche Fnrtado als Vorsitzender indemselben Tone beantwortete'). Einige christliche Schriftsteller inBamberg, ein katholischer Geistlicher Gley an der Spitze, erwartetenso reiches und wichtiges Material von der jüdischen Versammlung inParis, daß sie ein eigenes Blatt, eine Art Zeitung der Juden, dafürgründeten 2 ). Nur die Berliner Aufgeklärten, der Kreis David Fried-länders, empfanden dabei ein unbehagliches Gefühl, daß von Frank-reich aus vermittelst des Sanhedrin eine Wiedergeburt des Judenthumsmit antikem Charakter und doch in einem neuen Geiste hervorgehenkönnte. Sie erklärten daher das Sanhedrin für ein Gaukelspiel, dasNapoleon seinen Parisern geben wollte^). Patriotismus hatte sich auchin dieses Unbehagen gemischt. Die preußischen Juden empfanden dastiefe Wehe mit, welches über das preußische Volk und das Königs-Haus durch die Niederlage bei Jena und Anerstädr (14. Oct. 1806)gekommen war. Napoleon und seine siegreichen Heere waren trium-phirend in Berlin eingezogen, die Festungen hatten sich ohne Wehrergebe», und ganz Norddeutschland bis zur Nord- und Ostsee undbis zur Weichsel lag dem Sieger offen. Der preußische Stolz undMannesmuth war an einem Tage gebrochen. Die hochmüthigen Katheder-und Kanzel-Weisen, welche mit vornehmer Verachtung auf die Inden

st Dis Adresse von 7 Vorstehern einer Franks. Gesellschaft v. 25. Nov. 1806bei Bran S. 393, die Antwort darauf v. 27. Decbr. das. S. 396, ferner von250 Franks. Juden das. S. 377, die Verhandlung der ^.äab.loseburuu, LnlamibI, Bd. 2, S. 15 und S. 95.

H Nouiteur 1806, v. 21. August; kZrsg'oire, uouvelles obssrvations »urIss Israslitss. Einl. auch in 8ulaiuit, II, Bd. 1, S. 62. Die Lulauiit, redigirtvon David Frankel, ist ebenfalls in Folge der jüdischen Notabeln-Versammlungentstanden.

H David Friedländer, lieber die Verbesserung der Israeliten im König-reich Pohlen, Vorbericht, S. XXXII.