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Geschichte der Juden.
und eine Neuner-Commission zu ernennen, welche die Arbeiten fürdas große Sanhedrin vorbereiten und mit den Commissarien verhandelnsollte. Wichtig war nur noch der Aufruf, den sie an die Gesammt-jndenheit erließ (24. Tischri — 6. Oct.), sie für das zusammentretendeSanhedrin zu erwärmen und zu ermuntern, Deputirte zu entsenden.Dieser Aufruf, in vier Sprachen verfaßt (hebräisch, französisch, deutschund italienisch), giebt die Gefühle zu erkennen, von welchen die Mit-glieder beseelt waren, und die Hoffnung, die sie von dem großenSanhedrin hegten: „Ein großes Ereigniß wird vorbereitet. Wasunsere Väter seit einer langen Reihe von Jahrhunderten nicht gesehenhatten, was wir in unseren Tagen nicht zu sehen hoffen konnten, wirdvor den Augen der erstaunten Welt von Neuem erscheinen. Der 20-October ist der Tag, der zur Eröffnung eines großen Sanhedrin inder Hauptstadt eines der mächtigsten christlichen Reiche und unter demSchutze des unsterblichen Fürsten, der dasselbe regiert, bestimmt ist.Paris wird dann der Welt dies Schauspiel darbieten, und diesesewig denkwürdige Ereigniß wird für die zerstreuten Ueberbleibsel vonAbrahams Nachkommen eine Periode der Erlösung und des Glückeseröffnen . . . ."
„Wer sollte nicht mit uns die verborgenen Pläne der Vorsehungbewundern, die wir nicht ergründen können, welche die Formen dermenschlichen Sachen verändert, den Bedrückten tröstet, den Niedrigenaus dem Staube erhebt, den Prüfungen, welche seine göttlichen Be-schlüsse bestimmen, ein Ende macht, und den getreuen Beobachternseines Gesetzes die Achtung und das Wohlwollen der Nationen wiederverleihet? Seit unserer Zerstreuung haben unzählbare Veränderungendie Unbeständigkeit der menschlichen Dinge bewiesen. Die Nationenhaben von Zeit zu Zeit einander wechselweise vertrieben und sichmit einander vermischt. Wir allein haben dem Strom der Jahrhunderteund der Revolutionen Widerstand geboten."
„Alles verkündigte uns in Europa ein milderes Loos und eineweniger ungewisse Existenz; doch dieser Zustand der Dinge war bloßeine schimmernde Aussicht. Um denselben zu verwirklichen, mußte nachöffentlichen Stürmen aus den unruhigen Bewegungen eines unzähl-baren Volkes unter dem Schutze der göttlichen Hand eins von denmächtigen Häuptern aufstehen, um welches sich alle Völker aus natür-licher Neigung zu ihrer Erhaltung versammelten."
Das jüdische Parlament und die daraus hervorgegangene Wieder-herstellung eines Sanhedrin erregte in der That eine große Spannungin Europa. An Kriegsthaten und glänzende Siege Napoleons wardie Welt gewöhnt. Seine Waffenwunder waren so alltäglich geworden,