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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Die Frage der Mischehe.

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welcher sie auch zur Zufriedenheit derselben, sowie der Commissarienund schließlich auch des Kaisers in der kürzesten Zeit vollendete (30Juli bis 3. Augusts). Seine Ausarbeitung wurde nämlich noch vorder öffentlichen Berathung den Commissarien übermittelt, und diesegaben dem Kaiser Nachricht davon. Napoleon war dadurch mit derHaltung der Versammlung so zufrieden, daß er ihr melden ließ, erwerde sämmtliche Mitglieder in einer Audienz empfangen. Ueberhanptflößte der parlamentarische Takt der Mitglieder im Verlaufe demKaiser so viel Hochachtung ein, daß er von seinem Vorurtheile gegendie Juden theilweise zurückkam. Er hatte sich unter Juden Trödlerund Wucherer, schleichende, gebückte Gestalten oder verschmitzte Duck-mäuser, welche gierig auf Raub lauern, vorgestellt und gewahrte zuseinem Erstaunen unter den Mitgliedern Männer von gediegenem,würdigem Charakter, von intelligentem Wesen und imposanter Haltung,von denen einige seinem Staatsrathe hätten einverleibt werden können.Er bekam dadurch eine bessere Meinung von den Juden. Allerdingstrug auch der Weihrauch der Vergötterung dazu bei, den die Ver-sammlung ihm in dichten Wolken zuwallen ließ, wofür der Empor-kömmling nicht unempfindlich war. Die große Aufgabe, welche denjüdischen Deputirten zugefallen war, hatte sie auch größer gemacht,sie über das gewöhnliche Maß gehoben, idealisirt. Das Zusammen-wirken hatte sie begeistert, die Reden, die gehalten wurden, sie berauscht,und selbst die nüchternen deutschen Mitglieder wurden davon angesteckt.

In der dritten Sitzung (4. August), in welcher die Beantwortungder Fragen debattirt werden sollte, traten die Deputirten schon mitSelbstbewußtsein und Siegesgewißheit auf. Die ersten zwei Fragen:ob die Juden mehrere Frauen heirathen dürften, und ob eine Ehe-scheidung nach dem französischen Gesetze auch die religiös-gesetzlicheAnerkennung finde, boten keine Schwierigkeit. Sie wurden im Sinnedes Kaisers erledigt, ohne dem Judenthume etwas zu vergeben. Aberdie dritte Frage erzeugte eine leidenschaftliche Erregtheit und offen-barte den Gegensatz, der seit Mendelssohn in die Gemüther eiugezogenwar. „Darf sich eine Jüdin mit eineui Christen oder ein Jude miteiner Christin verheiraten?" Diese Frage hatte schon im Schooße derCommission heftige Debatten veranlaßt, und nun erst gar in vollerVersammlung! Es gab unter den Deputirten nicht Wenige, die demalten Judenthum bereits so entfremdet waren, daß sie kein Bedenkentrugen, die Frage aus vollster Seele zu bejahen. Aber die deutschen

fl Daß Sinzheim ganz allein die Beantwortung der zwölf Fragen ausge-arbeitet hat, berichtet ein unterrichteter Korrespondent aus Paris bei Bran