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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Das jüdische Parlament.

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klebrigen waren auf Berr gefallen Z. Mit parlamentarischem Taktbegann Furtado die Versammlung zu leiten. Die Deputirten wurdeninne, welche schwere Verantwortlichkeit auf ihren Schultern ruhte undzeigten sich ihrer Aufgabe gewachsen. Eifer und Streben nach Einig-keit beseelten Alle.

Auch die deutschen Rabbinen, welche bisher in der Abgeschieden-heit des Lehrhauses hinter Talmudfolianten zugebracht hatten, schicktensich schnell in die neue Lage und in die Parlamentarischen Formen.Einzelne Deputirte trugen dazu bei, den Geist der Einmüthigkeit beiAllen rege zu machen. Zündend wirkte die Rede des DeputirtenLipmann Cerfberr, besonders die Worte:Vergessen wir, woher wirstammen! Nichts mehr von Elsässer Juden, nichts mehr von Portu-giesen, nichts mehr von deutschen Juden. Ueber den Erdboden zer-streut, sind wir doch nur ein einziges Volk, denselben Gott anbetend,und wie unser Gebot es befiehlt, der Macht unterworfen, unter derenGesetze wir leben" 2). Allerdings mischte sich auch in ihre Gefühleeine überschwängliche, anwidernde Vergötterung Napoleons, der dieVersammlung nicht genug Worte leihen konnte. Allein diesen Taumeltheilte sie mit beinahe ganz Frankreich und dem halben Europa. Alsnun gar der Offizier der vor dem Sitzungssaale ausgestellten Ehren-wache sich dem erwählten Präsidenten näherte, um seine Befehle ent-gegenzunehmen, die Wache beim Heraustreten der Deputirten ihnenmilitärische Ehren bezeugte und die Trommel rührte, fühlten sie sichgehoben, und ihre Furcht verwandelte sich in Hoffnung^).

Diese Hoffnung bewaffnete sie mit Muth, den Angriffen zu wider-stehen, welche die judenfeindlicheu Schriftsteller gegen sie richteten.Meistens waren es Deutsche oder Halbdeutsche, welche diesen Zwischen-zustand, zwischen der Gnade und Ungnade des Kaisers, in welchemdie französischen Juden bangend schwebten, auszubeuten gedachten,um sie wieder der Gleichberechtigung beraubt zu sehen. Zwei Advo-katen Poujoul von Colmar und Vivien von Metz eiferten, dieöffentliche Meinung gegen sie einzunehmen ^). Am Tage der Eröffnungder Versammlung schleuderte ein Schriftsteller in einem vielgelesenenBlattest die Anschuldigung gegen die Juden, daß sie vermöge ihrerReligion die Gesetze des Landes nicht anerkennen und daher der Ein-st Das.

st Diese Rede ist mitgetheilt bei Bran das. S. 185 f.st Bericht bei llama a. a. O., bei Bran das. S. 80.st OrsAvirs, bistolrs äs8 ssetss rsliKlensss lll, x. 415. ills-ma a. a. O.,lutroäuoticm.

st äourual äs I'smxirs 1806.

Graetz, Geschichte der Juden. XI.

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