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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Berufung jüdischer Notabeln.

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auch die Juden in den neuen französischen Gebietsteilen des linkenRheinufers, nördlich bis Köln und südlich bis Nenfchatel, von demAusnahmezustände betroffen wurden. Der zweite Theil des Gesetzesordnete die Zusammenberufung von jüdischen Notabeln an. Die Be-gründung dafür war so gehalten, daß die Bonalds damit zufriedensein konnten. Weil gewisse Juden in den nördlichen Kreisen, die nurvon Wucher lebten, viele Bauern ins Elend versetzt hätten, habe derKaiser durch die Aufhebung der Gleichheit dem Uebel abgeholfen.Gelegentlich habe er es auch für dringlich erachtet, in denjenigen, welchein Frankreich sich zur jüdischen Religion bekennen, das Gefühl derbürgerlichen Moral zu beleben, welches bei einem großen Theil vonihnen durch die Erniedrigung erstorben sei. Zn diesem Zwecke sollendie jüdischen Notabeln zusammenberufen werden, ihre Wünsche anszu-sprechen und Mittel an die Hand zu geben, wie unter den Juden Künsteund nützliche Handwerke heimisch werden könnten, statt der schädlichenBeschäftigungen, denen sich viele von ihnen von Vater auf Sohn seitmehreren Jahrhunderten hingegeben hätten. So war für einen Theilder Juden von Frankreich die Gleichstellung wenigstens zeitweise auf-gehoben. Aber für diese Wunde, die Napoleon ihnen geschlagen hat,war durch die gleichzeitig angeordnete Notabelnversammlung wenigstensein Heilmittel ermöglicht. Die Präfekten erhielten den Auftrag, unterRabbinen und Laien hervorragende Persönlichkeiten ausznwählen, diesich an einem bestimmten Tagein der guten Stadt Paris" einfindensollten. Nicht bloß die Gemeinden in den altfranzösischen Provinzen,sondern auch die in den neuen, im Gebiete des linken Rheinufers,sollten durch Deputirte vertreten werden. Die italienischen Juden,welche um die Gnade baten, sich daran betheiligen zu dürfen, wurdenebenfalls zugelassen.

Obwohl die Wahlen von den Behörden mit einer gewissen Will-kür vorgenommcn wurden^), so fielen sie. doch glücklich ans. Unterden mehr als hundert Notabeln französischer, deutscher und italienischerZunge waren die meisten von der Größe und Wichtigkeit ihrer Auf-gabe durchdrungen. Sie sollten das gewissermaßen auf die Anklage-bank gesetzte Judenthum vor den Augen von ganz Europa vertheidigen,die gegen dasselbe mit giftiger Hartnäckigkeit erhobenen Anschuldigungen

st Bran, gesammelte Aktenstücke und öffentliche Verhandlungen über dieVerbesserung der Juden in Frankreich 1807, S. 237. Bran hat interessanteCorrespondenzeu aus Paris über die Versammlung der Notabeln und des San-hedrin ausgenommen von dem, was hinter den Coulissen spielte. Seine Berichtesind daher ergiebiger, als die osficiellen Protokolle, welche Vio§öns lbama inseinem Uscueil äs8 proess-verbanx pp. gegeben hat.