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Geschichte der Juden.
Soldaten geplünderte Gegenstände abgekauft hatten, begegnet und überihr Treiben unwillig geworden war. Die Judenfeinde wußten ihmbeizubringen, daß es Straßburger Juden gewesen wären, welche demHeere stets nachzögen, um sich an dem erbeuteten Trödel zu bereichern,daß überhaupt die Juden lauter Wucherer, Schacherer und Trödlerwären. Um den Kaiser noch mehr zu einem judeufeindlichen Ent-schlüsse zu drängen, behauptete diese Änklage: Im ganzen Elsaß, jain sämmtlichen deutschen Departements des Ober- und Niederrheinswäre die Erbitterung der Bevölkerung gegen die Juden so groß, daßein Judengemetzel, Scenen des Mittelalters, zu befürchten wären.In den Schänken werde offen davon gesprochen, daß man die Judentodtschlagen müsse. Mit diesem üblen Eindruck gegen sie verließNapoleon Straßburg; er hatte Hilfe gegen die Beschwerden versprochen.Um den Eindruck nicht verfliegen zu lassen, bestürmten die Judenfeindeden Justizminister mit lauten Klagen über die Niederträchtigkeit undGemeinschädlichkeit der Juden. Richter, Präfekten, sämmtliche Beamtedeutscher Zunge wetteiferten darin, die Juden bürgerlich zu verun-glimpfen. Schon war der Justizminister, von der großen Menge vonKlagen gegen sie überwältigt, zu dem Entschlüsse gekommen, sämmt-liche Juden Frankreichs unter Ausnahmegesetze zu stellen, und ihnenfür eine Frist das Hypothekengeschäft zn verbieten ^).
Zu dem zunftzöpfigen, brodneidischen, spießbürgerlichen Judenhaßder halbdeutschen Bürgerschaft kam der bigott-kirchliche, finstere, un-duldsame Sinn jener reaktionären Partei hinzu, welche damals ihreersten Fäden zu dem Netzgewebe ansetzte, um die Geistesfreiheit, dieMutter der politischen, einzufangen und zu erdrücken und die katholischeKirche mit ihrer Herrschsucht und ihrem Verdnmmungsgclüste zur Allein-herrscherin über Völker und Fürsten zu erheben. Ein Hauptvertreterdieser freiheitsfeindlichen und in Jntrigueu gewandten Partei warder Publicist Louis Gabriel Ambroise Bonald, ein Geistes-verwandter von Gentz, Adam Müller und Anderen dieses charakterlosenGelichters, der mit dem Romantiker Chateaubriand und dem Groß-meister der Schmeichelei Fontanes die widerwärtigste kirchliche undpolitische Reaktion herbeiführte. Bonald, welcher nach kurzem Frei-heitsrausche die Fahne der bourbonischen Legitimität entfaltete unddurch mystisch-katholischen Blödsinn verherrlichte, erblickte in der Freiheitder Juden eine Schmälerung der Kircheumacht und legte Hebel an,um ihre Gleichstellung in Frankreich zu uuterwühlen. Er wollte siewieder zu fluchwürdigen Geschöpfen herabgewürdigt sehen, wie sie die
fl Siehe darüber Note 6.