Die deutschen Judenfeinde.
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er bis zum Ursprung des jüdischen Stammes, bis zur EinwanderungJosephs in Egypten hinauf, um diesen zu verunglimpfen und darausdas Recht abznleiten, die Nachkommen als Halbsklaven zu behandelnund die Christen zu warnen, es nicht dahin kommen zu lassen, einenjüdischen Minister zu haben. Alle alte Lügen putzte Paalzow neuauf: Bibel und Talmud lehrten Menschen- und Christenhaß. NeneLügen fügte er hinzu. Die Juden hielten den Eid nicht heilig, sieließen sich am Versöhnnngstage Vergebung für Meineid und alle Sündenertheilen. Sie seien Müßiggänger und hätten, genau gezählt, zwei-hundert und achtzig Feiertage im Jahre. Alles mußte zur Schmähungder Juden herhalten: ihr Handel, ihr Wucher, ihr Nationalstolz. DieVertheidiger der Juden machten sie nur noch halsstarriger, dümmer undboshafter; Mendelssohn habe sein Volk in der Dummheit, der Unwissen-heit und im Aberglauben bestärkt, da er selbst der talmudischen Narrheitanhing. Der Staat würde gegen seine eigenen Eingeweide wnthen,wenn er den verworfenen Juden das Bürgerrecht ertheilte.
Doch Paalzows Schrift war in lateinischer Sprache geschriebenund nur für den Gelehrtenstand berechnet. Das genügte dem Erzjnden-feinde, der sich selbst einen Haman nannte, dem Fleisch gewordenenJudenhasses Grattenauer, nicht. Das ganze deutsche Volk, Hohewie Niedere, sollte zu Haß und Ingrimm gegen die Juden entflammtwerden. Er schüttete einen gefüllten Giftbeutel über sie aus. Mansagte, er soll 2000 Thaler von einem hochstehenden Christen, dem dievornehmthuenden Juden in Berlin, der Salon der Henriette Herz,widerwärtig waren, erhalten haben, um die Inden sammt und sonderszu verunglimpfen. Er mag auch von seinen jüdischen Gläubigern andie Zahlung seiner Schulden gemahnt worden sein. Doch diese Be-weggründe haben ihn nicht allein dazu ermuntert, es war sein eigenerAntrieb. Grattenauer bedauerte nur, daß es einem ehrlichen Christenin der leider aufgeklärten Zeit nicht mehr erlaubt sei, einen Indeneinfach todt zu schlagen. Mindestens sollte doch in ganz Deutschland,ja in der ganzen Christenheit, das päpstlichkanonische Gesetz eingeführtwerden, daß jüdische Aerzte nicht zu christlichen Kranken gerufen, unddaß sämmtliche, Juden ein Abzeichen zu tragen gezwungen würden.Indessen erkenne man auch ohne dieses Abzeichen den Juden ausweiter Ferne an seinem üblen Gerüche. Fichte's Faseleien über dieJuden stellte Grattenauer an die Spitze seiner Ausfälle; im „Jnden-spiegel" leerte er den Köcher der Eisenmenger'schen Geschosse gegensie, fügte noch alte Fabeln hinzu von Christenmord, von Fürstenver-giftung durch Juden und schrieb endlich auch Paalzows Lügen ab.Das erhebende Beispiel der Juden in Frankreich durfte er natürlich