Jacobson und Breidenbach.
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daß sein Name bei allen Opfern, die er für die deutschen Juden ge-bracht hat, beinahe in Vergessenheit gerathen ist. Er hat nicht wieJacobson dafür gesorgt, seinen Namen weit und breit erklingen zulassen. Als Talmudjünger nach Frankfurt gekommen und in Dürftigkeitlebend, hatte er sich heimlich an Mendelssohns Schriften und an derLitteratur der Measfim-Schule gebildet, verstand gut hebräisch undauch geschmackvoll aus dieser Sprache ins Deutsche zu übersetzen.Mit dem gründlichen Kenner der hebräischen Litteratur Wolf Heiden-heim (o. S. 122) wurde er innig befreundet und unterstützte seinUnternehmen mit seinen litterarischen Beiträgen und seinem Vermögen.Wie kam der arme Talmudjünger Breidenbach zu Vermögen? Erwar ein Meister im Schachspiele. Ein Baron oder Fürst, der diesesSpiel liebte, machte zufällig seine Bekanntschaft, zog ihn in sein Hausund übertrug ihm, dessen Gewissenhaftigkeit erkennend, seine Geldge-schäfte. Später lieh ihm dieser Adlige eine bedeutende Summe zurUnternehmung eines Wechsel- und Juwelengeschäfts. Breidenbachwurde ein ebenso gewandter Geschäftsmann wie Schachspieler, hattein seinen Unternehmungen Glück und wurde Hoffactor des Kurfürstenvon Kassel und Kammeragent des Fürsten von Isenburg und andererkleiner Souveräne.
Tief gerührt von den Plackereien, der verächtlichen Behandlungund Mißhandlung jüdischer Reisender an Zollstätten, die Breidenbachauf seinen Geschäftsreisen täglich vor Augen sah, faßte er den Plan,wenigstens den Leibzoll zum Falle zu bringen und verlegte sich mitallem Eifer darauf. Geräuschlos betrieb er dieses Geschäft, die Kettezu lösen, wo sie am schmerzlichsten Anschnitt. Er erlangte zunächstdie Aufhebung des Leibzolles von den Fürsten, deren Kammeragenter war (1803 j. Breidenbach erkannte aber, daß bedeutende Summenerforderlich sein würden, um diese Befreiung im Großen zu betreiben,um den Polizeibehörden und Stadtpfarrern, angeblich für die Armen,Geschenke zukommeu zu lassen und auch schöne „Denkmäler für dieedelmüthigen Fürsten zu stiften," die sich erweichen lassen sollten, Judenunbesteucrt und uugequält zu lassen. Aus seinen Mitteln konnte erdiese Ausgaben nicht allein bestreiten. Er ließ daher einen Aufrufan die deutschen und ausländischen Juden ergehen (Ende Sept. 1803),einen Stock zusammenzubringen, wovon die Kosten für die Aufhebungdes Leibzolls gedeckt werden sollten. Man wußte damals, wer diesenAufruf in Umlauf gesetzt hat; aber aus Bescheidenheit setzte Breiden-bach seinen Namen nicht darunter. Durch diese Mittel und durchpersönliche Verhandlungen mit den kleinen deutschen Fürsten beimReichstage zu Regensbnrg, unter Mitwirkung des Reichskanzlers