Die neu-hebräischen Dichter.
2t9
kcimpf zu besingen, den Frankreich gegen eine Welt von Feinden führte,„und den man für eine griechische Fabel aus der Zeit des Kriegesder Titanen mit den Göttern halten" möchte. Elia Halevis prächtigeVerse malen förmlich die Zuckungen der Revolutionszeit, die Anarchie,die Feindseligkeit von allen Seiten, die Ermannnng, und endlich wieder corsische Held aus den verachteten französischen Schaaren ein Helden-volk gemacht hat. In dem Jahre, in dem er diesen Lobpsalm sang,verdiente Bonaparte noch feurige Huldigungen. Später, als er sicherniedrigt hatte, sich die Kaiserkrone aufzusetzen, schwieg Halevis Muse,während mittelmäßige jüdische Dichter in allen Tonarten in französischer,italienischer, deutscher und hebräischer Sprache ihn priesen ^).
In den Stürmen, welche die Abeudröthe des achtzehnten unddie Morgenröthe des neunzehnten Jahrhunderts begleiteten, in denWandlungen, durch welche die Juden bei dem Uebergaug aus ihrempatriarchalischen, idyllischen Stillleben in das bewegte Weltgetriebehineiugerissen wurden, hat die neuhebräische Poesie auch noch einigeBlüthen hervorgebracht. Aus dem Nachwuchs der Measfim-Schuleverdienen wenigstens genannt zu werden: Joseph Ephrati Troplo-witz (geb. um 1770, starb in Ratibor 1804), der sich wieder an einhebräisches Drama machte, dessen Held der tragische König Saul ist st;Schalom Kohen (geb. zu Meseritz in Posen 1771, starb in Hamburg1845), der „morgenländische Pflanzen in abendländischen Boden"einsetzte und hebräische Heldengedichte zu schaffen versuchte, deren Mittel-punkt der Patriarch Abraham und der König David istst. SalomoPappcuheim (geb. 1740, starb 1814) machte zwar keine Verse; aberseine ueuhebräische Prosa ist dichterisch vergeistigt. Seine „vier Kelche"sind eine glückliche Nachbildung von Aoungs Nachtgedanken st. Aberkeiner dieser drei ueuhebräischen Dichter erreichte auch nur von FerneElia Halevis Schwung und Tiefe. Troplowitz' und Kohen's Versegleichen Wessely's Muster; sie sind tadellos im Bau, aber durchausnicht dichterisch.
Wie die glühende Begeisterung für Frankreich, das seine geknechtetenStammesgenossen zu freien Menschen umgeschaffen hatte, Elia Halevizum Dichter gemacht hatte, so erweckte sie einen jüdischen Jüngling
st Vergl. über die jüd. Lobdichter Carinolz', Levae orientale, II, p. 24. f.
st Troplowitz' oderEuphrats gelungenste Produktion ist nriior, Wien 1794.
st Außer einer großen Menge kleiner Gedichte schrieb S. Kohn "p "-22per n 2 in bp 1807 und 0:0 1834. Er setzte dis illea^tiin fort und redigirte
später die -'.op.-, -oi-r. (Nach D. Cassel, Lehrb. d. jüd. Gesch. d. Litt., S. 588 warer in Wollstein in der Provinz Posen geb.j.
st nww pro», 1790. Seine Synonymik inp'i' hat keine Bedeutung.