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Geschichte der Juden.
Dünenmeer; aber 50000 unter 2 Millionen, und noch dazu in Amsterdammehr als 20000 Juden unter 200000 Christen, konnten eher etwasdurchsetzen. Einer der Deputirten, Lublink de Jonghe, betontediesen Umstand mit vielem Nachdruck. Wenn die Judenfreunde ansAmerika hinwiesen, wo die Juden, wie in Frankreich, ebenfalls gleich-gestellt waren, so hob er das ungleiche Zahlenverhältniß hervor. InNew-Iork wohnten damals nur etwa 250 Juden und in ganz Nord-amerika etwa 800, die daher keinen Einfluß auf den Staat ausübenkonnten. In Holland dagegen würde die große Zahl den Staat bald„verjüden"; das war seine Auseinandersetzung. Die edelmännischenPortugiesen könnte man allenfalls anerkennen; aber die deutschenInden, die größtentheils verwahrlost waren? Lublink de Jonghe er-innerte an Pintos Schrift gegen Voltaire, worin jener, selbst einJude, die tiefe Kluft zwischen den portugiesischen und deutschen Judenhervorgehoben hat (o. S. 53). So rächte sich die künstlich gemachteKastenunterscheidung innerhalb der Judenheit. Noch größer war dieBefürchtung, daß sich die Zahl der Juden in Holland durch Einwandereraus Deutschland und Polen sehr vermehren könnte, deren Zug seitlanger Zeit Amsterdam war. Selbst die Treue der holländischenJuden gegen das damals verbannte Oranische Herrscherhaus wurdeihnen entgegengehalten und als Hinderniß der Gleichstellung aufgestellt.Sie trugen allerdings die Fürsten, welche so lange ihre Wohlthätergewesen waren, im Herzen. Ein sehr angesehener jüdischer ArztImmanuel Capados a begleitete den letzten erwählten Erbstatthalterauf seiner Flucht vor den einziehenden Franzosen und dem Sieg derRepublikaner und theilte mit ihm die Verbannung Z. Die Republikanerfürchteten daher, die Juden würden aus Dankbarkeit sich den Oran-gisten anschließen. Das waren die offenen oder verschwiegenen Beweg-gründe der Gegner der Gleichstellung. Sie konnten sich auch daraufberufen, daß die Mehrheit der Juden das Vollbürgerrecht gar nichtwünschten, und daß die sechs Petitionäre ohne Vollmacht gehali, ^ethatten. Jndeß gab der französische Gesandte Noel den Ansschlag zuGunsten der Gleichstellung der Juden, indem er sie gewissermaßen herrischdurchsetzte. Eine Schrift von van Blomendal (Sommer 1796) hattedie schwankenden Deputirten den Juden geneigt gemacht. Nach langerVerhandlung wurde endlich (2. Sept. 1796) die vollständige Gleich-heit der batavischen Juden dekretirt, mit dem Zusatze: für diejenigen,welche davon Gebrauch machen wollten. Damit wurden alle früheren
0 Losoeo, Ossebisäems, x. 380. 387.