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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Spaltung in der Amsterdamer Gemeinde. 211

provinziellen und städtischen Bestimmungen in Betreff derselben auf-gehoben ^).

Die holländischen Juden empfanden bei Verkündigung diesesBeschlusses nicht die Freude, wie die französischen bei erlangter Gleich-berechtigung. Sie hatten sich nicht so sehr unfrei gefühlt, um derneuen Freiheit entgegenzujanchzen. Sie hatten keinen Ehrgeiz nacheiner Stellung im Staate und sahen im Vollbürgerrecht nur Lastenund eine Gefährdung der Religion. Sie waren daher über diejenigenerbittert, welche die Gleichstellung und damit die Lösung des Korpo-rationsverbandes der beiden Gemeinden betrieben hatten. Es ent-standen dadurch in Amsterdam Reibungen und Spaltungen.

Die freisinnigen Männer, meistens ans der deutschen Gemeinde,verlangten nämlich, daß diejenigen Maßregeln, welche den Rabbinenund noch mehr den Parnassim die Machtbefugniß einränmten, eineisernes Scepter über die Mitglieder zu führen, zeitgemäß abgeändertwürden. Die Gemeindeführer verweigerten nicht bloß dieses Verlangen,sondern bedrohten die Bittsteller noch dazu mit Geldstrafe. Daraufverließen die Freisinnigen die bestehende Synagoge, versammelten sichin einer eigenen, bildeten eine eigene Gemeinde und erklärten nochdazu, daß sie die echte Gemeinde wären (^clat .lasolluinn, gebildetEnde 1796). Die Altgesinnten belegten dafür die Ausgeschiedenenmit einer Art Bann, verboten den Mitgliedern ihrer Gemeinde, mitihnen zu verkehren, erklärten sie als vom Judenthum abgefallen unduntersagten, sich mit ihnen zu verschwägern. Die politische Parteiungwurde zugleich eine religiöse. Denn die Anhänger der neuen Gemeinde^ciat llsLvllurun begannen eine Art Reform einzuführen. Sie merztendie Verwünschungsformel (rv'la-Nalsolnnim), ursprünglich gegen die ab-gefallenen Inden-Christen eingeführt, aber von dem Mißverstand aufalle Christen angewendet, ans dem Gebete ans. Sie beseitigten diera^- Beerdigung der Verstorbenen und richteten ein neues, reinlichesGe,..mndebadehaus ein, allerdings lauter unschuldige Reformen, dieaber in den Augen der Stockfrommen als schwere Vergehungen gegendas Judenthum galten. Die Erbitterung der Letzteren gegen die Neuerungenwar so groß, daß die unwissende Menge der deutschen Gemeinde siemit dem Tode bedrohte und die Drohung auch ausgeführt hätte, wenndie bewaffnete Macht nicht gegen sie eingeschritten wäre. Sonderbar

*) lieber diese Verhandlungen s. Aktenstücke zur Geschichte bei Erhebung derJuden zu Bürgern in der Republik Batavien, ins Deutsche übersetzt, auch hebräischmit einer Einleitung von Hirsch Ilfeld o'i>^ '-mi; Lsassst Anhang zum7. Bande, p. 392 und den Beschluß in deutscher Svrache zum Schluß. OreKoirs,bistoirs (Iss ssetes, III, p. 391 f. Loenen, desebieäsnis, p. 259 f.

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