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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Geschichte der Juden.

Parnassim in Amsterdam, sowohl die portugiesischen als auch diedeutschen, der Gleichstellung abgeneigt. Die Rabbinen, bei den Portu-giesen Daniel Kohn de Azevedo (1792 95) und bei den DeutschenJakob Mose (1793 1815), Neffe des Rabbiners Hirschel vonBerlins, und andere Fromme fürchteten von der großen Freiheit derJuden und den neuen Pflichten, als Soldaten zu dienen, eine Schädigungdes Jndenthums. Die Vorsteher, welchen eine große Macht über dieGemeindemitglieder eingeräumt war, mochten diese nicht verlieren. Siehatten ein verbrieftes Privilegium, daß kein Mitglied, bei der hohenStrafe von 1000 fl., sich gegen den Beschluß des Vorstandes auflehnen,dagegen Beschwerde führen und noch weniger aus der Gemeinschaftausscheiden durfte -). Diese Geldstrafe wurde in der Regel von denholländischen Behörden eingezogen, demgemäß hatten die Vorstände dasRecht, eine Art Inquisition über das religiöse oder moralische Verhaltender Gemeindeglieder anzustellen und sie selbst für geringfügige lleber-tretnngen in Strafe zu nehmen. Der Portugiesische Maamad (Vorstand)übte seine Machtbefugniß über die Einzelnen mit fast despotischer Ge-walt aus.

Die rabbinischen und gemeindlichen Vertreter erklärten daher laut,die Inden wünschten in ihren alten Verhältnissen zum Staate zubleiben und wollten von der Gleichheit keinen Gebrauch machen. Ineinem Rundschreiben erklärten sie: daß die Juden auch auf das Bürger-recht verzichteten, weil es niit den Vorschriften der heiligen Schriftenin Widerspruch stünde. Binnen kurzer Zeit war diese Erklärungmit mehr denn tausend Unterschriften bedeckt. Bei den Wahlen zurersten batavischen Nationalversammlung (Nutioimls vsrZuäsrmA) be-theiligten sich nur wenige Inden, obwohl sie dazu eingeladen wordenwaren. So kam es, daß Amsterdam, das über 20000 Juden zählte, nichteinen einzigen jüdischen Depntirten durchbrachte. Die jüdischen Freiheits-freunde hatten daher in Holland einen schweren Stand; sie mußten zu-gleich gegen äußere und innere Gegner kämpfen. Sie mußten daher umso rühriger sein, um die doppelte Schwierigkeit zu überwinden. DavidFriedrichsfeld, Mitglied der Measfimschule (o. S. 122), nachAmsterdam ausgewandert, arbeitete eine gediegene Schrift (um 1795)gegen die Ankläger der Juden aus,Beleuchtung von van SwiedensSchrift in Betreff des Bürgerrechtes der Juden." Den Punkt

U S. Loeuen, 6s8olüsäsui8 äs äoäsn, Beilage über die portugiesischenRabbiner Amsterdams, und Oarmol^, Biographien der Rapaport und Jungtaubenp. 38. (Vgl. Landshuth, ov Mn S. 111).

2) Privilegien für die Portugiesen von 1877, für die Deutschen vom12. April 1737.