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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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207
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Emancipation der holländischen Inden. 20/

Mit den siegreichen französischen Truppen der Republik machtedie Befreiung der Juden, des gedrücktesten Stammes in der altenWelt, die Runde. Zunächst faßte sie in Holland Wurzel, welchesin eine batavische Republik verwandelt worden war (anfangs 1795).Hier hatten sich bereits vorher einige rührige Juden Asser (Moseund sein Sohn Carolus), de Lemon und Bromet dem Club1?slix libsrats angeschlosseu, der die Devise der französischen Republikzu der seinigen gemacht hatte: Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit.Dieser Staatsgrundsatz wurde im Allgemeinen von den versammeltenGeneralstaaten (4. März 1795) anerkannt. Obwohl die 50000 Seelenzählenden Juden Hollands, der neununddreißigste Theil der Gesammt-bevölkernng, geschieden in eine portugiesische und deutsche Gemeinde,dieses Land als ihr Paradies zu betrachten berechtigt waren, so warensie doch bis dahin gegen die Bekenner des Christeuthums in vielenPunkten zurückgesetzt. Zunächst waren sie nur als Körperschaftengeduldet, gewissermaßen als kleine Gemeinwesen in den großen. Daßsie von allen Aemtern ausgeschlossen waren, drückte sie nicht; sie hattenbis dahin kein Verlangen darnach getragen, dieses Rechtes theilhaftigzu werden. Aber sie waren auch von manchen zünftigen Gewerkenausgeschlossen, und das war ihnen nicht gleichgültig. Sie mußten zumherrschenden Kultus und zu den Schulen beitragen, ohne einen Genußdavon zu haben. Endlich fehlte es auch nicht an kränkenden Zurück-setzungen. In Amsterdam mußten z. B. bei der Anmeldung neuerEhepaare die Juden stets warten, bis die der christlichen erledigtwaren und außerdem noch doppelte Gebühren zahlen. Daher wardas Verlangen nach voller Gleichstellung dringlich und noch mehr von dendeutschen als den Portugiesischen Juden empfunden, weil diese meistensvon den Patriciern als reiche Hidalgos mit Auszeichnung, jene hin-gegen mit Verachtung wie verlumpte Polaken behandelt wurden. Imersten Rausche wurden manche Beschwerden der holländischen oderbatavischen Juden ohne Weiteres abgestellt, und einige Stimmen wurdenzu Gunsten ihrer vollen Einbürgerung laut. Aber im Verlauf regtenauch hier, wie in Frankreich, jndenfeindliche Schriften die öffentlicheMeinung gegen sie auf, von denen die van Swiedens, betitelt:Rathan die Repräsentanten des Volkes" einen ganz besonders starkenEindruck machte. Sie behauptete, daß die Juden vermöge ihrer Ab-stammung, ihres Charakters, ihrer Geschichte und ihres Messiasglaubensstets nur Fremde bleiben und vom Staat nicht aufgesogen werdenkönnten. Diese Behauptung wurde von den officiellen Vertretern derJudenheit gewissermaßen als richtig anerkannt. Denn auffallenderweisewaren die Rabbinen und Vorsteher, besonders die hochmächtigen