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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Geschichte der Juden.

den Synagogen wurde in einigen Gemeinden ebenso verpönt, wie inden Kirchen. Bei dem Spionirsystem, welches die revolutionärenClubs unterhielten, um der drohenden Gegenrevolution entgegenzu-arbeiten, waren auch häusliche Zusammenkünfte zu religiösen Zweckenmit Gefahr verbunden. Als der Befehl vom Convent ausgegangenWar, daß nur je der zehnte Tag des Monats als ein Ruhetag ge-feiert, dagegen der Sonntag werkthätig begangen werden sollte, dehntenihn die Maires einiger Städte (Straßburg, Troyes) auch auf denSabbat aus. Sie befahlen, daß die jüdischen Kaufleute ihre Maarenauch am Sabbat feil bieten sollten. Auf dem Lande wurden Judengezwungen, sich an der Feldarbeit am Sabbat nnd an jüdischen Feier-tagen zu betheiligen, man zwang sie an solchen Tagen das Getreideabznmähen und einznführen. Den Rabbinen wurde ebenso zu Leibegegangen, wie den Bischöfen. Der Rabbiner einer kleinen Stadt,Westhofen bei Straßbnrg, Jsak Lenczyc, wurde wegen Ausübungrabbinischer Funktionen in den Kerker geworfen (Juni Juli 1794),wo er dem Tode entgegensah. Der nachmalige Vorsitzende des großenfranzösischen Sanhedrin, David Sinzheim, der sich in Straßburgaufhielt, mußte von Stadt zu Stadt fliehen, um der Haft oder demTode zu entgehen. In Metz wagten die Juden nicht offen ihre Oster-brode zu backen, bis eine kluge jüdische Frau den Muth hatte, demRevolutions-Beamten zu erklären, daß diese Brode von jeher für dieInden das Sinnbild der Freiheit seien. Auch in Paris mußtenjüdische Schulmeister ihre Zöglinge an dem Decadi-Tage in die znmTempel der Vernunft umgewandelte Notre-Dame-Kirche führen^).Indessen ging diese Verfolgung ohne besondere Folgen rasch vorüber.Mit dem Siege der Thermidorier (9. Thermidor 27. Juli1794) über Robespierre hörte die Schreckensherrschaft allmählich auf.Die Bevölkerung war darauf bedacht, Milde eintreten zu lassen. Dieeinmal besiegelte Gleichstellung der französischen Inden blieb bei allemWechsel der Regierung unverkümmert. Auch die neue Verfassung vomJahre III der Republik oder die Direktorialverfassung (Herbst 179v>erkannte die Bekenner des Judenthums ohne weiteres als gleichberechtigtan und verwischte noch dazu die letzte Spur von Ungleichheit, indemdie katholische Kirche ebenso wenig wie die Synagoge vom Staatanerkannt wurde. Das Gesetz sprach den weisen Grundsatz aus:Niemand könne gezwungen werden, zu den Kosten eines andernKultus beizutragen, die Republik besolde keinen. Nur für die jüdischeGemeinde von Metz blieben noch einige Nachwehen des Mittelalterszurück.

Siehe Note 3.