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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Die Schreckensherrschaft.

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maßen todt zu stellen:Verbirg dich einen Augenblick, bis derSturm vorüber ist" mag sie vor Blutgerichten geschützt haben.Sie hatten außerdem im Allgemeinen nicht den Ehrgeiz, sich vorzn-drängen oder eine Rolle spielen zu wollen; sie verletzten die Macht-haber des Tages nicht. So brauste der Sturm der Revolution ohneschlimme Folgen an ihnen vorüber.

Die Himmelsstürmerei, als die beiden gotteslästerlichen DeputirteuChaumette und Hebert den Convent hinrissen, die Religion derVernunft einzusetzen (Nov. 1793 Mai 1794), traf die Juden nichtgeradezu. Die tiefe Erbitterung und der Ingrimm gegen Religionund Gottheit war lediglich gegen den Katholicismns oder das Christen-thum gerichtet, dessen Diener von jeher die Menschen entwürdigt, denDespotismus unterstützt, selbst Myriaden von Opfern gebracht hatten,und zur Zeit der Revolution den Bürgerkrieg anfachten und eigentlich dieSchreckensherrschaft, die Septembermorde und die Guillotine als einetraurige Nothwendigkeit herbeiführen halfen, weil sie in Verbindungmit den Feudalen erbitterte Feinde der Freiheit waren. Das Dekretdes Convents lautete daher lediglich:Der katholische Kultus wird

abgeschafft und durch die Verehrung der Vernunft ersetzt." Es warnicht bloß eine Laune der Ultras, der Cordeliers oder Jakobiner,sondern die Eingebung des französischen Volkes, gegen die Kirche undihre Diener zu wütheu, weil es fühlte, daß sie ihrer Natur nachfreiheitsfeindlich sind. Daher wurden zwanzig Tage nach dem Be-schlüsse des Convents im ganzen Lande mehr als 2300 Kirchen inTempel der Vernunft umgewandelt. Gegen Juden und Protestantenhatte das Gesetz nichts bestimmt. Es waren Wohl Gesuche an denConvent eingelaufen, daß den Juden die Beschneidung und das Tragenvon Bärten verboten werden sollte, damit sie sich durch nichts vonder übrigen Bevölkerung unterschieden und der Gleichheit huldigenmöchten. Aber die Versammlung achtete auf diese Albernheit nicht.Nur die Behörden oder fanatisch gesinnte Clubmänner in den Provinzendehnten die Unterdrückung der Religion auch auf die Juden aus, undzwar wie es scheint, meistens in den ehemals deutschen Landestheilen.In Nancy forderte ein Beamter im Namen des Stadtrathes die Judendieser Gemeinde auf, sich an einem bestimmten Tage im National-Tcmpel einzufinden, um zugleich mit den Geistlichen der anderen Kulteihren Aberglauben" abzuschwören und ganz besonders die silbernenoder goldenen Schmucksachen der Synagoge auszuliefern. WüthendeMänner drangen in die Synagogen ein, rissen die heiligen Schriftenaus der Lade und verbrannten sie, oder suchten in den Häusern nachhebräisch geschriebenen Büchern, um sie zu zerstören. Das Beten in