Sieg der vollen Gleichstellung.
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nahme-Maßregeln gegen die Juden hiermit aufgehoben seien, und daßdie deutschen Juden zum Bürgereide aufgefordert werden sollten*).Zwei Tage später ging die Nationalversammlung auseinander, umeiner noch heftigeren revolutionären Versammlung Platz zu machen.Kurze Zeit darauf bestätigte Ludwig XVI. diese volle Gleichstellungder französischen Inden (13. Nov. 1791 -). Auch nicht ein Jota vonihrer Religion brauchten sie dafür aufzugeben; es wurde nur vonihnen verlangt, daß sie auf ihre Privilegien verzichten sollten.
Mit vollem Rechte jubelte besonders Berr Isaak Berr überdiesen Erfolg. Er hatte einen großen Antheil daran. Er richtetesogleich ein Jubelschreiben an seine Stammesgenosseu, um sie für dieerlangte Freiheit zu begeistern und zugleich für zweckmäßige Verbesse-rungen geneigt zu machen. „So ist denn der Tag angebrochen, anwelchem der Schleier zerrissen ist, der uns mit Demüthigung bedeckte!Wir haben endlich die Rechte wieder erlangt, die seit achtzehn Jahr-hunderten uns geraubt worden waren. Wie sehr müssen wir in diesemAugenblicke die wunderbare Gnade des Gottes unserer Vorfahren er-kennen! Wir sind also, Dank dem höchsten Wesen und der Souveränitätder Nation, nicht bloß Menschen, nicht bloß Bürger, sondern auchFranzosen. Welche glückliche Veränderung, großer Gott, hast Du überuns gebracht. Noch am 27. Septbr. waren wir die einzigen Einwohnerdieses großen Reiches, welche bestimmt schienen, für immer erniedrigtund gefesselt zu bleiben, und schon am nächsten Tage, einem denk-würdigen Tage, den wir für immer feiern werden, hauchtest du diesenunsterblichen Gesetzgebern Frankreichs ein, daß sie ein Wort sprachen,und mehr als 60,000 Unglückliche, die bis dahin über ihr Loos ge-seufzt haben, finden sich in der Trunkenheit der reinsten Freude."
„Gott hat die edle französische Nation erwählt, um uns wiederin unser Recht einznsetzen und unsere Wiedergeburt zu bewirken, wieEr ehemals die Antiochns und Pompejns dazu erwählt hatte, unszu erniedrigen und zu vergewaltigen .... Diese Nation verlangtdafür keinen Dank, sondern lediglich, daß wir uns als würdige Bürgerzeigen."
Hieran knüpfte Berr zeitgemäße, wichtige Bemerkungen umseinen französischen Stammesgenossen ans eine sanfte Weise die ausihrem Nothstande ihnen anhaftenden Fehler vorznhalten und sie zuderen Abstellung zu ermahnen. Nur er, zu dessen Gesinnung undReligiosität die französischen Juden deutscher Herkunft Vertrauen hatten,dessen liebevolles Herz und dessen klugen Geist sie erprobt hatten,
*) Vouitsnr vom 28. u. 29. Sept. 1791.
") HasiNen, x. 9K5.