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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Geschichte der Juden.

in ihrem Namen sei eine Jntrigue, von vier oder fünf Inden einge-fädelt; besonders streue einer derselben, welcher auf Staatskosten eingroßes Vermögen erworben habe, Cerf Berr, in Paris Geld mitvollen Händen aus, um Beförderer der Gleichstellung zu gewinnen.Sein Vorschlag, diese Frage bis zum Abschluß der Constitution zuverschieben, erhielt die Majorität. Der zweite Versuch ging von denJuden von Paris aus. Sie hatten von der Stadtbehörde ohneWeiteres die Erlaubniß zum Ban einer Synagoge erlangt. Daranknüpften sie das Gesuch, die Stadt möge auf ihre Gleichstellungdringen; denn wenn ihnen die Freiheit des Cultus eingeräumt sei,so müßte man sie außerhalb der Synagoge ebenfalls als Bürger an-sehen. Es gebe ebenso wenig eine halbe Freiheit, wie eine halbeGerechtigkeit. Darauf richtete die Stadtbehörde (26. Mai 1791) einGesuch an die Nationalversammlung, sie zu drängen, den Juden derHauptstadt gerecht zu werden. Auch dieser Versuch mißlang.

Schon war die Constitution abgeschlossen und vom Könige ge-nehmigt (Septbr. 1791), ohne daß den deutschredenden Inden inFrankreich die so oft in Aussicht gestellte Gleichberechtigung zuerkanntwar; ihnen kam nur der Paragraph der Menschenrechte zu Gute:daß Niemand wegen seiner religiösen Meinung behelligt werdendürfte. Erst in der letzten Stunde, wenige Tage vor der Auflösungder Nationalversammlung erinnerte sich der Juden einer der. Frei-heitsfreunde, der zum Jakobinerklub gehörte, Duport, ehemals Par-lamentsrath, und verschaffte ihnen mit wenigen Worten die volleGleichheit. Er zog die Consequenz aus dem angeführten Rechte derReligionsfreiheit.Ich glaube, daß die Cultusfreiheit nicht gestattet,einen Unterschied in den politischen Rechten wegen des Glaubens zumachen. Die Anerkennung dieser Gleichheit ist immer aufgeschobenworden. Indessen sind die Türken, Muselmänner und Menschenaller Sekten zugelassen, in Frankreich politische Rechte zu genießen.Ich verlange, daß die Vertagung zurückgenommen und daß dekrctirtwerde, daß die Juden in Frankreich die Rechte der Vollbürger (oito^susaotiks) genießen sollen". Mit rauschendem Beifall wurde dieser An-trag angenommen. Das kam daher, daß die Feinde der Freiheit seitder unglückseligen Flucht des Königs zu Hunderten aus der Ver-sammlung ausgetreten waren. Vergebens versuchte Rewbell diesenAntrag zu bekämpfen, er wurde unterbrochen. Ein Mitglied verlangte,daß alle diejenigen, welche dagegen sprechen wollten, zur Ordnunggerufen werden, weil sie damit die Constitution selbst bekämpfen. Sonahm denn die Nationalversammlung (27. Septbr. 1791) DuportsAntrag an und formulirte Tags darauf das Gesetz, daß alle Aus-