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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Geschichte der Juden.

kundzugebeu und außerdem ihn der Nationalversammlung und denübrigen Bezirken znzuschicken.

Tags darauf begaben sich die sechs ernannten Deputirten desCarmeliterbezirks in das Stadthaus, um dem Beschluß zu Gunstender Juden Nachdruck zu geben. Einer derselben, Cahier de Gerville,später Minister, hielt eine schwungvolle Rede:Seien Sie nicht er-staunt, wie dieser Bezirk sich beeilt der erste zu sein, um demPatriotismus, dem Muthe und dem Edelsinn der in ihm wohnendenJuden öffentliche Anerkennung zu zollen. Kein Bürger hat sicheifriger zur Eroberung der Freiheit gezeigt, als die Juden, keinerwar bereitwilliger, die Nationaltracht anzulegen, keiner hat mehrSinn für Ordnung und Gerechtigkeit bekundet, keiner war hingebenderfür Wohlthätigkeit gegen die Armen und für freiwillige Beiträge, diefür das Bedürfniß des Bezirks erforderlich waren. Greifen wir alleVorurtheile an, greifen wir sie mit Beharrlichkeit an. Nicht einedieser Ausgeburten des Despotismus und der Unwissenheit soll dieWiedergeburt der Freiheit und die Weihe der Menschenrechte über-leben.Würdigen Sie unsere gerechten und dringenden Forde-

rungen zu Gunsten unserer neuen Brüder, achten Sie sie und fügenSie ihre Wünsche hinzu, um sie so vereint der Nationalversammlungvorzuführen. Zweifeln Sie nicht daran, daß Sie ohne Mühe fürdie Juden von Paris das erhalten werden, was man den portu-giesischen, spanischen und aviguonesischen Juden nicht verweigert hat.Welcher Grund ist denn für die Bevorzugung dieser Klasse vorhanden?Ist die Lehre nicht dieselbe für alle Juden? Sind unsere politischenVerhältnisse nicht gleich für die Einen und die Andern? Wenn dieVorfahren der Juden, deren Sache wir vertheidigen, mehr als dieportugiesischen Juden Kränkungen und Wuth erfahren haben, sowird der lange und grausame Druck, den sie erduldeten, ein neuerTitel für die nationale Gerechtigkeit werden. Steigen Sie übrigenszum Ursprung dieser sonderbaren und ungerechten Unterscheidung hinaufund sehen Sie, ob man es noch heute wagen kann, einen Unterschiedder Rechte zwischen zwei Klassen desselben Volkes, zwei Zweigendesselben Stammes, auf apokryphische Ueberlieferuug oder vielmehr aufChimären und Fabeln hin zu begründen."

Ter Vorsitzende Abt Mulot antwortete darauf und hob dieThatsache hervor, daß das Zeugniß des Carmeliterbezirks von großemGewichte zu Gunsten der Juden sein müsse.Zeugen ihres Privat-lebens, zeigen Sie uns all das Gute, das sie idie Juden) an ihremniedrigen Heerde ausüben. Wir zollen Alle Ihrem Eifer für Menschen,welche das Vorurtheil zu lange mißhandelt hat, unseren Beifall.