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Geschichte der Juden.
Bürgern sehr hoch angerechnet wurde Z. Endlich sollte die Judenfragezum Austrag kommen. Schon war ein Berichterstatter dafür ernanntund eine eigene Sitzung dazu anberaumt. Aber sie wurde mit eineranderen Frage vermischt, mit der Wählbarkeit der Scharfrichter, derSchauspieler und der Protestanten, welche die katholische Bevölkerungin einigen Städten zu den Wahlen nicht zulassen mochte. Was mögendie judenfeindlichen deutschen Protestanten dazu gesagt haben, daß ihreReligionsgenossen in Frankreich auf eine Linie mit den Juden, Komö-dianten und nock> dazu mit den Scharfrichtern gestellt wurden?
Der Berichterstatter Clermont-Tonnerre sprach wie die ver-körperte Logik zu Gunsten aller vier Classen. Eigentlich, meinte er,sei die Frage der Gleichstellung bereits entschieden, da die Ver-sammlung Allen ohne Ausnahme Menschenrechte zuerkannt und auchallen Unbescholtenen die Wählbarkeit zugesprochen habe. Was dieJuden betreffe, so habe man gegen sie zahlreiche Anschuldigungenvorgebracht, die schwersten seien ungerecht und die übrigen keineVergehungen. Nicht einmal der Wucher könne ihnen zum Vorwurfgemacht werden. Man müsse den Juden, als einheitlichem National-körper, Alles verweigern, weil es nicht eine gesonderte Nation inner-halb der Nation geben könne; aber man müsse ihnen als Individuenalle Rechte ohne Beschränkung einräumen. Sie selbst verlangen Bürgerzu werden. Die Sache war dennoch nicht so einfach, wie Clermont-Tonnerre es glaubte, abgemacht; es entstand vielmehr eine sehr heftigeDebatte (23. u. 24. Dec.h Alle entschiedenen Freiheitsfrennde er-griffen zwar das Wort zu Gunsten der Inden und ihrer Leidensge-nossen: Robespierre, Duport, Barnave und, wie sich von selbstversteht, Mirabeau. Die Anhänger des Alten stemmten sich aber ent-schieden dagegen, der Abt Maury, der Bischof la Fare von Nancyund der Bischof von Clermont. Nur einer der Ultra-Revolutionaire:Rewbell, allerdings aus dem Elsaß — was die Sache erklärlich macht —sprach gegen die Juden: daß es gefährlich sei, denen dieser Provinz,gegen welche der Haß tief gewnrzelt sei, schon jetzt völlige Bürgergleich-heit einzuräumen. Der Abt Maury brachte solche Gründe zur Hinten-ansetzung der Juden vor, wie sie Göttinger Professoren nicht gehässigerhätten Vorbringen können. Er stieg bis ins Alterthum hinauf, um zubehaupten, daß die Israeliten nicht einmal zur Zeit Davids undSalomos Ackerbauer gewesen wären. Er frischte die lügenhafte Er-zählung ans, daß der jüdische Leibarzt Zedekias einen französisöbenKönig vergiftet hätte. Sogar auf Voltaires judenfeindliche Aussprüche
*) Aonitenr, das. x. 500; 1790, 132.