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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Zahl der Juden in Frankreich.

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heerd, worin alle Werkzeuge der Knechtschaft verzehrt wurden, undaus der Asche erhob sich das französische Volk, nenverjüngt, zu Großembestimmt, der erste Apostel für die Freiheitsreligion, die es mit leiden-schaftlicher Begeisterung liebte. Sollte nicht auch für das am meistengeknechtete Volk, für die Inden, die Stunde der Erlösung geschlagenhabe»? Es war zu erwarten. Zwei seiner eifrigsten Verfechter saßenin dem Theil der zusammenberufenen Nationalversammlung, welcher,als wahrer Vertreter des Volkes, die so lange vom Staate und vonder Kirche Enterbten in ihre unverjährbaren Rechte wieder einsetzte^Mirabeau, einer der Väter der Revolution, und der PriesterGrsgoire, welcher seine Wahl gerade seiner Schutzschrift für dieJuden verdankte.

Allzuviel Juden wohnten in Frankreich beim Anbruch der Revo-lution keineswegs, kaum 50,000 Seelen von denen fast die Hälfte<20.000) auf das Elsaß kam unter dem drückendsten Joche. In Metzder größten Gemeinde, derMustergemeinde", wurden nur 420 jüdischeFamilien und in ganz Lothringen nur 180 geduldet, die sich nichtvermehren durften. In Paris hatte sich trotz des strengen Verbotesdoch (seit 1719) eine Gemeinde von etwa 500 Seelen angesammelt');ebenso viele lebten in Bordeaux, größtenteils von neuchristlicher oderportugiesischer Abkunft. Außerdem bestanden einige Gemeinden in dempäpstlichen Gebiete von Avignon und Carpentras, die einen eigenenRitus, abweichend von dem deutschen und sephardischeu, hatten. In Car-pentras wohnten etwa 700 Familien (über 2000 Seelen), die eineigenes Rabbinat hatten. Hier genossen sie ein wenig mehr Freiheit alsim Elsaß und in Lothringen und durften wenigstens liegendes Vermögenbesitzen. Am günstigsten gestellt waren die Juden von Bordeaux unddiejenigen der Tochtergemeiude Bayonne. Vereinzelt wohnten nochwelche in Rouen, Dieppe und einigen anderen nördlichen Städten.^) Unter den Juden in den verschiedenen Provinzen bestand eben sowenig Zusammenhang, wie unter denen der übrigen europäischenLänder. Das gehäufte Unglück hatte sie zerklüftet. Zwischen dendeutschen und portugiesischen Juden bestand außerdem eine Spannungaus der Zeit, als diese eine Anzahl ihrer Stammesgenossen von

') fVgl. Lalin, Usou, Issfalls äs Varls sons llonis XV (Paris 1892)und von demselben lss falls äs Varls an XVIII s sisels (Paris 1894).)

st Ueber die Gesammtzahl der Juden von Frankreich zu dieser Zeit vgl.die Rede des Advokaten Godard 1799 (weiter unten); über Elsaß und Metz,Äirabsaa snr lllsaäslssollu p. 129, OrsZ'oirs, Ussal p. 56, 282, Lall,iss ckalls äu XIX,»s sisels p. 109; über Paris, vergl. .4.reblvss Israslilss,Jahrg. 1841, p. SOI s.; über Voräsaax oben S. 55, über Carpentras Vbisrz,,äisssrtation p. 60, über ^.vlg'noa ^.reblves Israslilss, Jahrg. 1840, p. 290 f.