Ludwig XVI. und Mirabeau.
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durchzusetzen. Er sorgte dafür, um die öffentliche Meinung zu ge-winnen, Dohms Schrift in Frankreich zu verbreiten. Sie war vonBernouilli aus Dessau ins Französische übersetzt worden. CersBerrs Anträge wurden vom Hofkreise günstig ausgenommen. Auchvon anderen Seiten liefen bei der französischen Regierung Gesuche umErleichterung der Fesseln, welche namentlich die Juden von Elsaß undLothringen drückten, ein. Der gutmüthige Ludwig XVI. war geneigt,Bedrückungen, sobald sie ihm im rechten Lichte gezeigt wurden, abzu-stellen. Der edle Males herbes, welcher für Menschenbeglückungschwärmte, ließ, gewissermaßen im Aufträge des Königs, der eine Denk-schrift über die Lage der Inden verlangte, eine Commission von Judenzusammentreten, welche Verbesserungsvorschläge zu Gunsten der inFrankreich wohnenden machen sollte. Es verstand sich von selbst, daßCers Berr dazu berufen wurde. Als Vertreter der Juden von Loth-ringen wurde sein Gesinnungsgenosse Berr Isaak Berr aus Nancyeinbernfen, welcher später den größten Eifer für die Gleichstellungseiner Stammesgenossen entwickelt hat. Auch portugiesische Juden ausden beiden Städten ihres Aufenthaltes, Bordeaux und Bayonne, wurdenzur Commission zugezogen: Furtado, der später in der Revolutions-geschichte eine Rolle spielte, ferner Gradis aus einer reichen und an-gesehenen Familie in Bordeaux, die große Bank- und überseeische Ge-schäfte für die französischen Colonien betrieb, eigene Schiffe ausrüsteteund dem französischen Staate in den entfernten Besitzungen durchAuslösung französischer Gefangener aus den Händen der EngländerDienste geleistet hatte. Auch Isaak Rodrigues aus Bordeaux, derspäter zur jüdischen Notablen-Versammlung gehörte, und andere ange-sehene Männer, wie Lopss-Dubec waren Mitglieder der von Malcs-herbes zusammengesetzten Commission Z. Diese hervorragenden Männer,sämmtlich von Eifer für ihre im Drucke schmachtenden Stammesgenoffenbeseelt, haben ohne Zweifel auf Abstellung der Ausnahme-Gesetze ge-drungen. Ihre Vorschläge sind indeß nicht bekannt geworden. Wahr-scheinlich in Folge ihrer Bemühungen hob Ludwig XVI. das schmach-volle Gesetz auf, welches besonders die Juden der deutschredendenProvinzen Frankreichs entwürdigt hatte, das Lcibzoll-Gesetz. In einemErlasse (24. Januar 1784^) erklärte der König: „Wir haben wahr-genommen,... daß besonders im Elsaß und beim Eingang der StadtStraßburg die Juden einer Leibtax unterworfen sind, die sich mit demViehe vergleicht. Da es nun denen Gesinnungen, die wir gegen alle
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XXXV. — Xrebive« Israelites Zahrg. 1841, p. 502.
2) Vollständig mitgetheilt bei Scheppler, Aufhebung des Leibzolls, S. 154.