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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Geschichte der Juden.

genossen, unter denen er selbst schwer gelitten hat, durch Wort undThat zu bannen bemüht war. Er war von Hause aus Wohlhabendund auch talmudkundig. Er besaß Herzeuswärme genug, um nichtdurch seinen Wohlstand in Selbstsucht zu versinken, und auch Frei-sinn genug, um den Flügelschlag der durch Mendelssohn angebrochenenZeit zu begreifen und ihn seinerseits zu fördern. Mit dem Weisenvon Berlin stand er in vertrauter Beziehung und sorgte für die Ver-breitung der Pentateuchübersetzung in Elsaß. Vermöge seiner Lagewar Cers Berr darauf hingewiesen, die Emancipation anzubahnen.Er lieferte für die französische Armee Kriegsbedarf und mußte zudiesem Zwecke in Straßburg weilen wo kein Jude wohnen durfteund wurde im Anfang allerdings nur für einen einzigen Winter zu-gelassen. Da er aber unter Ludwig XV. während des Krieges undeiner Hungersnoth dem Staate wesentliche Dienste leistete, wurde ihmvom Minister die Erlaubniß zum Aufenthalte immer wieder verlängert,und er benutzte diese Gunst, um sich dort heimisch zu machen. Cers Berrzog noch mehrere Juden nach Straßburg, die er theils für seine Ge-schäfte, theils für seine religiösen Bedürfnisse brauchte, um mindestenseine kleine Gemeinde von Zehn zum öffentlichen Gebete zu haben.Unter der Hand kaufte er Häuser für sich und seine Familiengliederund erhielt von Ludwig XVI. wegen seiner Verdienste um den Staatalle Rechte und Freiheiten der königlichen Unterthanen und besondersdas Recht, ausnahmsweise Ländereien und Güter zu besitzen. Er er-richtete auch Manufakturen in Straßburg und war darauf bedacht,Juden zur Arbeit zu verwenden, um sie vom Schacher abzuziehen undden Anklägern den Vorwand für ihre Vorurtheile gegen sie abzuschneiden.

Obwohl Cers Berr solchergestalt ein nützliches Mitglied der Ge-sellschaft war und auch der Stadt Vortheile brachte, sahen die Deutschenin Straßburg die Ansiedelung von Juden in ihren Mauern mit scheelemBlicke an und gaben sich alle erdenkliche Mühe, ihn und seine Schütz-linge daraus zu vertreiben. Diese spießbürgerliche Engherzigkeit einer-seits und andererseits Dohms Fürsprache für die Juden, so wie KaiserJosephs theilweise Entfesselung derselben, regten ihn an, die Eman-zipation oder mindestens die Zulassung der Juden zu den meistenfranzösischen Städten ernstlich ins Auge zu fassen und sie bei Hofe

d. h. er starb, ehe der Gewissenszwang während des Terrorismus eintrat (s.Note 3). Cers Berr starb demnach um 1793. Ein Gedicht von Wessely aufCers Berr, in Vsassek Jahrg. >786, p. 49; er nennt

ihn '>'7. Er selbst zeichnete Osrk Lerr, getrennt (Xrebives Israel.Jahrg. 1841, x. 502). Seine Nachkommen nennen sich Esrlberr; er wird auchBeer genannt.