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Geschichte der Jude».
au der Litteratur an äußerer Haltung, au Schliff und Umgangsformenviel gewonnen haben, was nicht zu unterschätzen ist, so haben sie da-gegen etwas cingebüßt, was jener Gewinn durchaus nicht aufwicgt.Die Keuschheit jüdischer Frauen und Jungfrauen War während ihrerGesondertheit ein unantastbares Heiligthum gewesen. GeschlechtlicheVergehungen und Verführung waren äußerst seltene Fälle und kamennur in verwahrlosten Familien vor. Mag nun das für Sittlichkeitäußerst strenge talmudische Gesetz oder der äußere Druck oder dieKernigkeit des Stammes die Ursache dieser Züchtigkeit gewesen sein,genug, sie war eine unbestreitbare Thatsache. Tie Freudigkeit desFamilienlebens beruhte auf diesem Goldgründe. Jüdische Frauenwurden selten aus Liebe heimgeführt — für Liebeständelei war imGhetto kein Spielraum — aber das Bewußtsein der Pflicht stimmtehinterher die Ehe zur Liebe. Auch dieses Heiligthum, der Stolz Israels,das ernste Christen mit Bewunderung erfüllte, und um dessentwillen siedie Inden hochschätzten, wurde durch den Umgang mit Christen aus denverdorbenen Hähern Ständen geschändet.
Wenn es die Judenfeinde darauf hätten anlegen wollen, die KraftIsraels zu brechen, so hätten sie kein wirksameres Mittel ausfiudenkönnen, als die jüdischen Frauen mit der sittlichen Fäuluiß anznstecken,ein noch kiel wirksameres, als jenes von den Midjaniteu augewendeteMittel: die Männer durch Unzucht zu schwächen und zum Abfall zubringen. Der Salon der schönen Herz wurde eine Art midjanitischesZelt. Hier kamen meistens junge jüdische Frauen zusammen, derenMänner ihrem Tagesbernfe oblagen. Die älteren, biederen, christlichenFreunde des Hauses, die Freunde und Verehrer Mendelssohns, wurdenvon den jüngern Lebemännern nach und nach verdrängt und dieseverkehrten ohne Schranken mit den meist schönen und geistvollenjüdischen Frauen und zogen sie zu ihren verderblichen Grundsätzenherab. Der Tonangeber in diesem Kreise wurde Friedrich vonGentz, die eingefleischte Selbstsucht, Genußsucht, Lasterhaftigkeit undGewissenlosigkeit, der es auf Verführung der Weiber geradezu angelegthatte. Henriette Herz wurde zuerst von den Huldigungen, die ihrerSchönheit gebracht wurden, benebelt und verführt. Sie ging auf dieLiebeständelei ein, die in eine zweideutige Haltung ansartete, und ihrwie ihrer Freundinnen Urtheil über Recht und Unrecht gerieth inVerwirrung. Die christlichen Wüstlinge stifteten *) mit den Weibernund Mädchen einen sogenannten Tugeudbund, einen Orden, derdahin zielte, daß die beiden Geschlechter ohne Schranken und ohne
l) S. darüber, aus Varnhagens Nachlaß von Ludmilla Assing, 1867, Hum-boldts Brief an Henriette Herz S. 115 und öfter: H. Herz Erinnerungen S. 149.