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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Die Massentaufen.

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die Männer aus Müßiggang, weil sie mit ihrer Zeit, und die Frauen,weil sie, wie entfesselte Sclavinnen, mit der erlangten freieren Be-wegung nichts anzufangen wußten. Die jüdische Jugend aus reichenHäusern folgte diesem Zuge zu sinnlichem Vergnügen. Nicht heimlich,sondern vor Aller Augen übersprangen sie alle Schranken, und mitder Verhöhnung des Judenthums verachteten sie auch Zucht und Sitte.Sie wurden Affen von Affen. Die ernsten Männer: David Fried-länder, Lazarus Bendavid, Saul Ascher klagten über diesenVerfall der Sittlichkeit unter den Inden, ohne zu merken, daß ihreseichte Aufklärungssucht selbst dazu beigetragen hatte.Es haben sichUntugenden unter uns verbreitet, die unsere Väter nicht kannten, unddie für jeden Preis zu theuer erkauft werden. Jrreligion, Ueppigkeitund Weichlichkeit, dieses Unkraut, das aus dem Mißbrauch der Auf-klärung und Cultur hervorkeimt, hat leider auch unter uns Wurzelgefaßt, und wir sind vorzüglich in den Hauptstädten der großen Gefahrausgesetzt, daß der Strom des Luxus mit der Rohheit auch dieStrenge und Einfalt der Sitten wegschwemmt" Z.

Die Wurzel des Uebels sahen diese Sittenrichter nicht. Sieerblickten in dem Judenthum eine bloße Kirchenreligiou, welche einigeAlltags-Wahrheiten über Gott und Moral enthalte, und verkannten,daß es ein nationales Institut sei, auf den starken Säulen der Ge-setze und der Blutzeugenschaft von Jahrtausenden beruhend, das immerund immer nicht bloß gegen das grobsinnliche, sondern auch gegendas verfeinerte Heidenthum, gegen Menschenvergötterung, Menschenstolzund die daraus cmporschießende Vergewaltigung und Lasterhaftigkeitmit aller Macht ankämpfe und ihm den Zugang zu seinem Heiligthumverwehre. Vom tausendjährigen Bande einer nationalen Religionlosgelöst, fielen die oberflächlichen Vernünftler und Wüstlinge massen-haft dem Christenthume zu.Sie gleichen den Motten, sie flatternso lange um die Flamme, bis sie endlich von ihr verzehrt werden"^.Wozu sich noch von den Fesseln desGeneral-Privilegiums" einengenlassen, wozu noch die Schmach von Schutzjuden tragen, wenn sie ver-mittelst einer inhaltsleeren Formel den Christen gleichgestellt werdenkönnen! So wuschen sie die vom Joche eingekerbten Male und dieSchmach mit Taufwasser ab. Die Gemeinden von Berlin, Breslauund Königsberg sahen besonders täglich den Abfall ihrer Glieder zumChristenthnm; es waren die Reichsten und äußerlich gebildeten. Esschien, als wenn sich der Ausspruch der Propheten bewähren sollte:

st Friedländer, Aktenstücke, Einl. S. 35; Bendavid, zur Charakteristik derJuden, Berlin 1792.

st Saul Ascher, Leviathan, Berlin 1792, S. 14.