Saul Berlin.
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bindung mit einem rabbinischen Standesgenossen einen unredlichenKampf. Saul Hirschel oder Berlin (starb 1794), Sohn desRabbiners Hirschel, liebäugelte unverkennbar mit den Vertretern derAufklärung, durfte aber, als Sohn des Rabbiners, oder mochte ausKlugheit sich nicht offen unter ihre Fahne schaaren. Er war überhaupteine eigenartige excentrische Natur; er mochte nie betretene Pfade gehen,und neue zu bahnen, dazu fehlte ihm der Muth. Er schwankte daherbald nach links, bald nach rechts. Saul Berlin liebte es auch, gleichIsaak Sanatow eine Maske vorzunehmen. Ohne sich zu nennen, hatteer eine Satyre gegen die Rabbinen geschrieben, welche Wessely ange-feindet hatten, und gelegentlich auch gegen die gedankenlose Ueber-frömmigkeit empfindliche Streiche geführt^). Das war indeß ein ver-zeihliches Spiel. Aber daß er in tiefer Vermummung vom Hinterhalteans den bereits betagten Raphael Kohen ungestüm anfiel, um ihmnicht bloß die Ehre, sondern auch die Ehrenhaftigkeit zu rauben, ihnnämlich des Rabbinats unwürdig zu erklären, spricht nicht sehr zuGunsten seines Charakters. Saul, bereits Rabbiner zu Frankfurt a. O.,verband sich mit David Friedländer und dessen Schwager Jtzig, umin einer maßlos feindseligen Schrift gegen den Hamburg-AltonaerOberrabbiner mit talmudischen Waffen zu kämpfen und ihn zu ver-läumden: daß derselbe nicht bloß in einem Werke, dem er das großeRabbinat verdankte, unverzeihliche Jrrthümer begangen, sich nicht bloßmit fremden Federn geschmückt, sondern auch, daß er von Eigennutzgetrieben und aus Unwissenheit oder Gewissenlosigkeit religiös Ver-botenes geradezu für erlaubt erklärt hätte. Sauls Bundesgenossen,Friedländer und Jtzig, begünstigten diese seine Mummerei und Un-ehrlichkeit, gaben vor, daß ein durchreisender polnischer Talmudist ihnendiese verläumderische Schrift zum Drucke übergeben hätte, und erklärten,sie hätten es für ihre Pflicht gehalten, sie zu veröffentlichen und derPrüfung von Sachverständigen zu überweisen. Ihr Vorwort zu diesergemeinen Schrift ist in Form eines Sendschreibens an die bedeutendstenRabbinen Deutschlands und Polens gehalten. Um den Verfasser nichtzu verrathen, zählten sie auch Saul Berlin und dessen Vater unterden Unparteiischen auf, welche den Stab über Raphael Kohen brechensollten (1789 2). Dieser gemeine Ehrenraub machte, wie sich denken
U Vgl. Orient., Litteraturbl., 1844 , eol. 713 ; Carmoly, Biographien derNapaport und Jungtauben, p. 39 . Die Schrift hat den Titel 22m 202. sVgl.ausführlicher bei Landshuth ,22, '2-m 212212, S. 105 f.s.
2) Die Schrift, mit welcher Saul gegen Raphael Kohens Buch ^moip- 0210polemisirte, hieß 2 nop> 222,2, und erschien in Berlin 1789 unter dem Pseudonymeines angeblichen Polen, Obadia b. Baruch. Gegen diese Schrift ist in Altonader Bann ausgesprochen worden und eine Widerlegungsschrift erschienen, diekeinen rechten Titel hat. Der Anfang lautet: 22 2,22', Altona 1789 . EineReplik von Saul und seinem Vater erschien 1789 : 222 2p ' - 2M2- 221,2 .221210V2X 021222 .2-2.2 -I2N 2.2.2p' .222,2 222. Man erzählt sich, daß Meir b. Simcha Weil dem